Drogenbeauftragte wirbt für Zigarettenkauf

11.05.2006: Zur Vorstellung der Werbekampagne "Karte rein, Packung raus" des Bundesverbands Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller gemeinsam mit der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

Mit ihrer Unterstützung für die Werbekampagne der Tabakautomaten-Hersteller macht sich Frau Bätzing zur Komplizin der Tabakindustrie. Die Wirtschaft feiert sich unter dem Deckmantel des Jugendschutzes selbst und die Bundesregerierung kassiert weiter fleißig Tabaksteuern. Alleine durch den Zigarettenkonsum von Unter-16-Jährigen ergeben sich Tabaksteuereinnahmen im zweistelligen Millionenbereich. Die GRÜNE JUGEND fordert die Abschaffung von Zigarettenautomaten und die Einführung von lizensierten Drogenfachgeschäften als einzige Bezugsquellen für Tabak und Alkohol.

Der Drogen- und Suchtbericht, den Frau Bätzing erst letzte Woche selbst vorgestellt hat, spricht eine klare Sprache: "Der Tabakkonsum ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. Über 110.000 Todesfälle gehen jedes Jahr in Deutschland auf das Konto des Tabakrauchens."

Die Drogenbeauftragte sollte endlich ihren eigenen Worten Beachtung schenken und umsetzen, was Gesundheitsverbände wie die Deutsche Krebshilfe seit langem fordern. Statt dessen wird in Deutschland die Umsetzung der EU-Vorgaben über Tabakwerbung in nationales Recht noch immer verzögert. Wer in seinem eigenen Bericht die Problematisierung von legalen Suchtstoffe wie Alkohol und Tabak begrüßt, muss nun endlich Konsequenzen ziehen!

Die tabakpolitischen Forderungen der GRÜNEN JUGEND sind klar: kein Automatenverkauf und keine Werbung für Drogen, Drogenfachgeschäfte, wirksame Regelungen für den NichtraucherInnenschutz sowie Verbote für die zahlreichen gesundheitsschädlichen und suchtverstärkenden Zusatzstoffe in Zigaretten.

Siehe auch

Beschluss der GRÜNEN JUGEND: Freigabe aller Drogen und kontrollierter Verkauf in Drogenfachgeschäften