Ist Monogamie die Lösung?

25.02.2006: Zu den Forderungen junger CSU-Abgeodneter, auch weiterhin das "traditionelle Familienbild" als die einzig akzeptable Lebensform anzusehen, übt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND scharfe Kritik. Was meinst Du zum Thema - sag uns Deine Meinung!

In unserem Blog diskutieren wir das Thema und laden alle zur Diskussion ein! Hier nun die Pressemitteilung des Bundesvorstandes der GRÜNEN JUGEND:

"Auch ewig Gestrige wie diese - wohl nur biologisch - jungen CSU-Abgeordneten können doch nicht die Augen vor den gesellschaftlichen Realitäten verschließen! Menschen haben ganz vielfältige Bedürfnisse, Gemeinschaft und zwischenmenschliche Solidarität zu erfahren.

Die Kleinfamilie - Vater, Mutter, Kinder - wird den Bedürfnissen vieler Menschen überhaupt nicht gerecht. Von der "traditionellen" Kleinfamilie zu sprechen ist ohnehin Augenwischerei - erst vor knapp hundert Jahren kam diese von den jungen Reaktionären bei der CSU als so "traditionell" und "natürlich" bezeichnete Lebensform in Mode. Viele Kulturen und Zeitalter kennen ganz andere Arten und Weisen der zwischenmenschlichen Solidarität - und das ist auch gut so!

Wir treten ein für eine Öffnung der Ehe zu moderneren, zeitgemäßeren Lebensweisen - denn die Liste derer, die durch die Verengung des gesellschaftlichen Leitbildes auf Zweier-Ehe und Kleinfamilie in ihrer Entfaltung massiv behindert werden, ist lang: Frauen, Homosexuelle, Alternative - all diese und viele andere Menschen werden in unserem Land finanziell und strukturell benachteiligt.

Die GRÜNE JUGEND tritt ein für die Abschaffung der Ehe - an Stelle der überholten Ehe soll ein Zivilpakt-Modell nach französischem Vorbild treten, bei dem jede und jeder anderen ganz bestimmte Rechte und Pflichten übertragen kann. Wir wollen alternativem Leben Raum geben, denn nicht alle Menschen wünschen sich eine lebenslange Zweier-Beziehung, viele Menschen wünschen sich eine ganze Menge mehr!

Ja, viel mehr als die bürgerliche Ehe wünschen sich viele Menschen: Beziehungen auf Zeit, Beziehungen mit mehr als einer Person, Freundschaften mit Sex. Wer derart leben möchte, soll in unserer Gesellschaft nicht mehr in seiner Entfaltung behindert werden. Wir treten ein für alternatives Zusammenleben, für Patchwork-Familien, für Wahlverwandschaften und eine unverkrustete, idologiefreie Solidarität!"

Siehe auch

Beschluss des Bundeskongresses der GRÜNEN JUGEND mit dem Titel Von der Rolle - wir brechen(s) auf! Darin heißt es:

LebenspartnerInnenschaften

Obwohl das rot-grüne LebenspartnerInnenschaftsgesetz als Erfolg gefeiert wurde und sicherlich gerade auf rechtlicher Ebene einen Fortschritt für homosexuelle Paare darstellt, fordern wir eine weitgehendere, mutige Reform von Lebenspartnerschaften. Das jetzige, an die Ehe angelehnte Konzept zur Lebenspartnerschaft und die Ehe selbst sind Modelle, die eine einseitige Abhängigkeit fördern und konservativen Lebensentwürfen entsprechen. Zudem lehnen wir die symbolische und faktische Anlehnung der staatlichen Ehe an ein kirchlich- christliches Eheverständnis ab.

• Wir fordern deshalb die Abschaffung des Schutzes der Ehe im Grundgesetz und die Aussetzung singulärer staatlicher Förderung von heterosexuellen Lebensgemeinschaften, wie z.B. dem Ehegattensplitting.

• Statt der Ehe als staatlich bevorzugte “ideale Lebensform” und der mit weniger Rechten und Begünstigungen ausgestatteten “Homo-Ehe” fordern wir eine absolute Gleichstellung aller Lebensgemeinschaftsformen unter dem Überbegriff “Lebensgemeinschaften”. Ob sie nun hetero- oder homosexuell sind, ob sie zwei oder mehr Menschen umfasst, darf nicht von Bedeutung sein.

• Zudem fordern wir, angelehnt an das französische Modell des zivilen Solidaritätspaktes (PACS), eine flexiblere Handhabung bei der Übertragung von Rechten, vereinfachte und kostengünstigere Scheidungsprozedere und die Verlagerung des Vertragsschlusses von der staatlichen auf eine notarielle Ebene.

• Homosexuelle sollen bis dahin schnellstmöglich und ausnahmslos mit heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden, insbesondere betrifft dies das Adoptionsrecht.

Achtung: Datendiebstahl

Eine unbekannte Person oder Personengruppe hat sich durch den kriminellen Zugriff auf die Mailverwaltung der GRÜNEN JUGEND alle Emails der Bundesgeschäftsstelle und einiger Vorstandsmitglieder seit März 2011 an eine Emailadresse im Ausland weiterleiten lassen. Wir wissen nicht, wer hinter diesem Datendiebstahl steckt oder mit welcher Intention er durchgeführt wurde. Die Emails wurden samt Text, Anhang und Signaturen weitergeleitet.

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