"Tal der Wölfe" nicht verbieten!

28.02.2006: Die GRÜNE JUGEND spricht sich gegen Zensur des umstrittenen Kinofilms aus. Zusammen mit Claudia Roth, Özcan Mutlu und Omid Nouripour schauten wir uns den Film Anfang der Woche in Berlin-Neukölln an und luden anschließend zur Diskussion ein.

Zur Zensur-Debatte erklärten Claudia Roth (Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen) und Stephan Schilling (Bundessprecher der Grünen Jugend): "Kritik an dem Film 'Tal der Wölfe' ist berechtigt - und notwendig. Er bedient rassistische, antisemitische und antiamerikanische Vorurteile. Kritik muss sich auch die türkische Regierung gefallen lassen, wenn sie explizit dazu auffordert, sich dieses Machwerk anzuschauen.

Mit Unverständnis blicken wir jedoch auf die heuchlerischen Beiträge deutscher konservativer Politiker zu dem Film. Während dieselben Politikerinnen und Politiker im Karikaturenstreit die Fahne der Meinungsfreiheit vor sich hertrugen, wird nun nach Verboten und Zensur gerufen. Hier wird auf heuchlerische Weise mit zweierlei Maß gemessen.

Für uns ist klar: Wir verteidigen das Recht auf Meinungsfreiheit, als eines der höchsten Güter einer freiheitlichen Gesellschaft ist. Ebenso sehr werden wir uns jedoch für eine Gesellschaft einsetzen, in der nicht beleidigende Klischees sondern Toleranz und Respekt den Umgang miteinander prägen. Nichts ist dafür wichtiger als der Dialog zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, deshalb wollen wir mit Jugendlichen über die Inhalte des Films diskutieren."

Diskutiere mit!

Was meinst Du zum Thema? In unserem Blog diskutieren wir über das "Tal der Wölfe" und über die geforderte Zensur des Films. Sag uns Deine Meinung!

Siehe auch

Spiegel Online schreibt über diesen von uns organisierten Diskussionsabend: "Was ist klar geworden an diesem Abend? Dass Claudia Roth sich nicht zu schade für eine Diskussionsveranstaltung ist, bei der vollkommen unklar ist, ob sie ihr etwas nützt. Und dass es viel mehr, aber andere Diskussionsveranstaltungen zu diesem Film geben müsste."

Die Zeit schreibt über den Film: "Liberalität und Toleranz sind ein mühsames Geschäft, in der Welt- wie in der Innenpolitik. Ein Verbot von Tal der Wölfe bringt gar nichts; im Gegenteil beweist Meinungsfreiheit Stärke, wenn sie einen solchen Film erträgt."

Die Berliner Zeitung vergleicht "Tal der Wölfe" mit der Fernsehserie "24" und kommt zu dem Schluss: "Propagandafilme und rassistische Machwerke sind beide Streifen - weil der eine, das "Tal der Wölfe", aber antiwestlich ausgerichtet ist, trifft er hierzulande auf Protest. Die US-Fernsehserie dagegen, in der zur familienfreundlichen Primetime am Wochenende auf RTL 2 nahöstliche Mörderbanden massakriert und Verdächtige brutal gefoltert werden, findet stillschweigende Akzeptanz."

Und die junge Welt schreibt: "Die Menschen zwischen Istanbul und Diyarbakir wollen offensichtlich nicht weiter das Kanonenfutter der US-Armee sein. Ihre Verwandten in Deutschland, das zeigt der Erfolg des Blockbusters, sehen das genauso. Müßte die Friedensbewegung nicht endlich versuchen, mit ihnen in direkten Kontakt zu kommen? Der Film bietet die Möglichkeit dazu. Jeder Kriegsgegner sollte ihn sehen. Jede Initiative sollte Flugblätter vor den Kinos verteilen, möglichst zweisprachig, und zu Diskussionsveranstaltungen einladen."

Diskutiert mit in unserem Blog.

Achtung: Datendiebstahl

Eine unbekannte Person oder Personengruppe hat sich durch den kriminellen Zugriff auf die Mailverwaltung der GRÜNEN JUGEND alle Emails der Bundesgeschäftsstelle und einiger Vorstandsmitglieder seit März 2011 an eine Emailadresse im Ausland weiterleiten lassen. Wir wissen nicht, wer hinter diesem Datendiebstahl steckt oder mit welcher Intention er durchgeführt wurde. Die Emails wurden samt Text, Anhang und Signaturen weitergeleitet.

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