Wir brauchen Action, kein Gelaber!
23.10.2006: Ein Bericht über die NGO-Konferenz am 19./20. Oktober im Berliner Abgeordnetenhaus, bei der Forderungen an das Umweltministerium zur EU-Ratspräsidentschaft und dem Vorsitz bei der G8 übergeben wurden.
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) veranstaltete vom 19. bis 20. Oktober im Berliner Abgeordnetenhaus eine Konferenz unter dem Motto "Verantwortung für die Zukunft: Den deutschen Vorsitz in EU-Rat und bei den G8 für die Umwelt nutzen". In fünf Workshops diskutierten europäische NGO-VertreterInnen aus Wirtschaft und Politik. Am Ende stand die Überreichung eines Forderungspapiers an die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) Astrid Klug. Die darin behandelten Forderungen liegen in den Bereichen Klima-/Umweltschutz, Biodiversität und Mobilität. Regine Günther vom WWF Deutschland fasste in fünf Hauptpunkten zusammen, wie die Forderungen des von 27 Organisationen unterzeichneten Papiers zu erfüllen seien.
Forderungen:
- Um die globale Klimaerwärmung, den globalen Artenschwund und die globale Freisetzung von CO2 in den Griff zu bekommen, müssen auch globale Ansätze, wie beim Kyoto-Protokoll, verfolgt werden. Diese internationalen Regelungen sollen dabei nicht Vorreiterrollen wie beispielsweise von Europa im Bereich der regenerativen Energien ausschließen.
- Freiwillige Anstrengungen haben keine Erfolge gezeigt, deswegen brauchen wir verbindliche Vorgaben bei Emissionsreduktion und Energieeffizienzstandards bei deren Nichtverfolgung auch Sanktionen eingefordert werden können.
- Besonderes Augenmerk muss auf die zentralen VerursacherInnensektoren, die Stromversorgung und den Verkehr, gelegt werden. Gerade in diesem Bereich ist die Zivilgesellschaft gefragt, ein Gegengewicht zu Konzerninteressen zu entwickeln.
- Es ist eine der zentralen Aufgaben, die Kosten der Nutzung der Ressourcen vollständig zu internalisieren. Das heißt, dass vor allem die Freisetzung von CO2 einen Preis haben muss, der den Kosten, die sie verursacht entspricht.
- Technologien, die zur Energieeffizienz beitragen, müssen schneller zur Anwendung kommen und die Technologieentwicklung muss insgesamt intensiver vorangetrieben werden.
Der DNR konnte Prominenz wie etwa David Miliband, englischer Minister für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft, Sigmar Gabriel, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Klaus Töpfer, ehemaliger Exekutivdirektor United Nations Environment Programme (UNEP) für die Konferenz gewinnen.
Mit den Millennium Development Goals (MDGs) haben wir Zukunftsziele an Entwicklungsländer gerichtet: Halbierung der Armut, Garantie einer Grundschulausbildung für alle Kinder der Welt und so weiter - mit der klaren Frist bis 2015. Vielleicht sei es Zeit, so Klaus Töpfer, dass sich auch die Industrieländer klar definierte Hausaufgaben aufgeben. So beispielsweise eine Energiediät, in Folge derer Gebäudeisolierung, Nutzung energieeffizienter Elektrogeräte und der Ausbau emissionsarmer Mobilität für eine Reduzierung des Strombedarfs um mehr als 30 Prozent sorgt.
Gelungene Konferenz
Alles in allem eine gelungene Konferenz, deren Grundstimmung war: "Es ist schon alles gesagt worden. Lasst uns endlich etwas tun. Eine andere Welt ist dringend nötig!"
Ann-Morla Meyer, 18 Jahre, ist Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen.


