Den Klimawandel bekämpfen tun nur die einen
14.12.2009: In und außerhalb des COP15-Verhandlungszentrums sind viele Junggrüne für einen “fairen Deal” aktiv. Heute berichtet Georg Kössler über seine Eindrücke vom Wochenende aus Kopenhagen.
Es ist schon eine kleine Parallelwelt – das Bella Center im Süden Kopenhagens. Hier verhandeln, beeinflussen, schreien und diskutieren rund 15.000 Menschen über die Zukunft der Menschheit. Das klingt hoch gestochen? Wohl kaum für die über 100.000 Menschen die eine wahnsinnige Demo am Samstag trotz Polizeigewalt und eisigen 2°C mit viel Spaß und Optimismus bestritten. Zuerst gab es eine “blaue Welle” des BUND bei dem viel getanzt wurde und auch jede Menge Là Ola-Wellen uns alle warm hielten. Anschliessend kam es zu einem riesigen Megagroove vor dem Parlament, wo die 20.000 sich mit Rythmus und Elektro beim Warten die Zeit vertrieben. Gemeinsam ging es danach ca. 4h bis zum Bella Center. Der Demozug war so lang, dass wir im Mittelteil nur noch die letzten Worte der Abschlusskundgebung hören konnten. Gar nicht überraschend kam es in der Demo neben einigen “Hopenhagen-Obama!” Zeichen doch vor allem zu kritischen Stimmen zu den viel zu flexiblen Mechanismen im Kioto Protokoll, der Unklarheit ob Inseln wie Tuvalu das Recht auf Leben abgesprochen wird (was bei einem ungenügenden 2°C-Ziel der Fall wäre) oder zu den verdeckten und offenen Machstrukturen der G-20, welche die Verhandlungen bestimmen.


