Wettlauf um die Welt

20.06.2010: Auch die Konkurrenz um Naturressourcen ruft häufig Konflikte hervor

Kriege, Bürger_innenkriege und Konflikte auf lokaler Ebene gibt es leider viele auf dieser Welt. Die Gründe dafür können sehr verschieden sein. Ein immer da gewesener Faktor, welcher sich in den letzten Jahrzehnten noch verschärft hat, sind Konflikte um Naturressourcen. Sie können auf lokaler Ebene entstehen, zum Beispiel zwischen gesellschaftlichen Gruppen wegen des Zugangs zu einer Wasserstelle, oder auch zwischen dem Staat und der von einem Staudammbau betroffenen Bevölkerung. Auf nationaler Ebene finden sie zum Beispiel zwischen verschiedenen Interessengruppen (Landwirt_innen, Industrie, Tourismus, Umweltschützer_innen) in Bezug auf die nationale Politik statt. Auf internationaler Ebene streiten sich Staaten beispielsweise über die Nutzung gemeinsamer Gewässer und auf globaler Ebene findet man Konflikte unter anderem zwischen Nahrungsmittelimporteuren und -exporteuren.

Aufgrund von Ressourcen kommt es besonders in ärmeren Ländern ständig zu Konflikten

Gesellschaftliche Konflikte um Wasser sind bis zu einem gewissen Grad unausweichlich, wenn man die vielfältigen Funktionen von Wasser bedenkt: als Lebensgrundlage der Menschen, als Teil von wichtigen Ökosystemen, als kulturelles Symbol und als eine vermarktbare Ware. Die Industrialisierung und das Wachstum der Bevölkerung führen zu einer Übernutzung der Wasserressourcen und zur Degradation der aquatischen Ökosysteme.

Die meisten Konflikte, die weltweit wegen Wasser entstehen, finden sich auf lokaler Ebene. Auf dieser Ebene kann die Konkurrenz um die Wassernutzung oder auch die Zugänglichkeit der Quellen zu Gewalt führen, woraus wiederum die Instabilität des gesamten Staates folgen kann. Spannungen aufgrund von Wasser entstehen besonders häufig, wenn die Ressource knapp ist, aber auch die bloße Anzahl an Konkurrent_innen um das Wasser kann zu Konflikten führen. Ein häufige Quelle für die Entstehung von Wasserkonflikten sind kapitalintensive Wasserinfrastrukturprojekte, wie z.B. große Dämme, Bewässerungssysteme und Transportkanäle. Momentan aktuell ist der Fall der Indigenen am Rio Xingú im brasilianischen Amazonasgebiet, welches vom Staudammprojekt Belo Monte betroffen ist. Veränderungen des Wasserzugangs für Gemeinden können ebenfalls soziale Konflikte hervorrufen. Die wachsende Schwierigkeit der Finanzierung der Wasserversorgungsinfrastruktur, sowie der Druck von internationalen Finanzinstitutionen führten dazu, dass einige Regierungen die Wasserversorgung dem privaten Sektor überließen.

Wenn Interesse an monetär sehr wertvollen Rohstoffen wie Erdöl, Gold oder Diamanten besteht, kommt es oft zur Forcierung von Konflikten in den Fördergebieten durch die fördernden Firmen. Diese haben das Ziel, die Förderkosten gering zu halten und eventuelle Opposition zur Rohstoffförderung zu brechen. Beispiel hierfür ist das Amazonastiefland Ecuadors. Dort wird intensiv Erdölförderung durch staatliche und multinationale Konzerne betrieben. Viele Indigene und Siedler_innen sind wegen berechtigter ökologischer Bedenken gegen eine Förderung von Erdöl auf ihren Ländereien, doch um die Einigkeit von Fördergegner_innen zu schwächen, werden einzelne Anführer_innen bestochen, bedroht und sogar ermordet. So kommt es in einigen Fällen zu bewaffneten Auseinandersetzungen von indigenen Gemeinden, welche bis dahin jahrhundertelang friedlich nebeneinander lebten.

Weltweit birgt die Konkurrenz der rohstoffhungrigen Länder, um zum Beispiel die Erdölvorkommen in Afrika, entsprechendes Konfliktpotential. Besonders die beiden Staaten, die am meisten Rohstoffe verbrauchen, konkurrieren immer stärker um die verbleibenden Ressourcen. Schon jetzt verschärft dies den Darfur-Konflikt, da China - um sich Erdöl aus der Region zu sichern - das Regime im Sudan trotz aller Menschenrechtsverletzungen unterstützt.

Aber auch die „neuen“ nachgefragten Rohstoffe wie Pflanzen, welche für die Herstellung von Kraftstoffen angebaut werden, führen welweit zu Problemen. Offensichtlich wird dies beispielsweise im Chocó, der nördlichen Pazifikregion Kolumbiens an der Grenze zu Panamá. Hier lebt zum Großteil afroamerikanische Bevölkerung, welche sich von kleinflächiger Landwirtschaft ernährt. Es wurden bis heute schon sehr viele Menschen gewaltsam vertrieben, um auf ihren Ländereien große Monokulturen der Ölpalmen zu errichten. Ein Ende dieser Entwicklungen ist nicht abzusehen.

Bärbel Henneberger

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Eine unbekannte Person oder Personengruppe hat sich durch den kriminellen Zugriff auf die Mailverwaltung der GRÜNEN JUGEND alle Emails der Bundesgeschäftsstelle und einiger Vorstandsmitglieder seit März 2011 an eine Emailadresse im Ausland weiterleiten lassen. Wir wissen nicht, wer hinter diesem Datendiebstahl steckt oder mit welcher Intention er durchgeführt wurde. Die Emails wurden samt Text, Anhang und Signaturen weitergeleitet.

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