Frauen an die Macht!

10.04.2006: Anfang April trafen sich 35 junggrüne Frauen aus ganz Europa. Sie analysierten, wie die Diskriminierung von Frauen heute aussieht - und welche Wege es zu echter Gleichberechtigung gibt.

Für eine Woche lang 35 junge Frauen aus ganz Europa zusammenzubringen - macht das Sinn? Ja, klar. Denn leider sind Frauen in der Gesellschaft, und im Besonderen in der Politik, immer noch nicht gleichberechtigt und treffen auf zahlreiche Hindernisse und Vorurteile, wenn sie ihre Ziele verwirklichen wollen.

Auf der study session "Women Power", die vom 2.-9. April im Youth Centre des Europarats in Budapest stattfand und von der Federation of Young European Greens organisiert wurde, konnten junge Frauen aus über zehn Ländern ihre Erfahrungen austauschen (und das erstmal ganz in Ruhe, d.h. ohne Männer). In welchen Situationen erfahren Frauen Diskriminierung, warum ist das so und was kann man dagegen tun? Mit all diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen intensiv und konnten so ihr Wissen auf dem Gebiet "Gender Equality" erheblich erweitern, um dies in Zukunft in ihr persönliches Umfeld und ihre nationalen Organisationen hineinzutragen.

Zudem stand die Persönlichkeitsentwicklung jeder Einzelnen im Mittelpunkt: die Wirkung auf andere, das eigene Auftreten in der Öffentlichkeit, die Verbesserung der Kommunikation, und die persönlichen Zielsetzungen in Beruf und Politik.

In einer Abschlusserklärung fassten die Teilnehmerinnen die gravierenden bestehenden Probleme für Frauen zusammen. Es wird unter anderem deutlich gemacht, dass Frauen in allen politischen Institutionen der Welt unterrepräsentiert sind und der Zugang zu den von Männern kreierten politischen Systemen unendlich viel mehr Anstrengung für Frauen bedeutet. Wenn dann Frauen wichtige politische Ämter innehaben, konzentrieren sich Kollegen, Medien und die Öffentlichkeit oft auf ihr Aussehen, Kleidung, Familie oder andere weibliche Stereotype. Zudem wird immer noch automatisch davon ausgegangen, Frauen seien für die Kindererziehung hauptverantwortlich was häufig zu Diskriminierung im Beruf und Alltag führt.

Weil klar wurde, dass auch innerhalb von FYEG und den Mitgliedsorganisationen noch ein erheblicher Nachholbedarf für weibliche und männliche Grüne besteht, bis junggrüne Frauen wirklich die gleichen Chancen und Möglichkeiten bekommen, wurde eine FYEG Gender-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese wird auf einer Website Platz für Ressourcen, Infos und Vernetzung bereitstellen und gender-spezifische Themen und Standpunkte für die europäischen jungen Grünen erarbeiten, um die Sensibilität für die Genderproblematik zu erhöhen und die Gleichstellung der Geschlechter weiter voranzutreiben.

Siehe auch

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