Fairsharing-Kampagne erhält alternativen Medienpreis
05.05.2006: Die von der GRÜNEN JUGEND mitgetragene Kampagne kämpft für die "Kulturflatrate": Alle Internetnutzer zahlen einen pauschalen Betrag und dürfen dafür Musik und Filme legal tauschen. Jetzt wird die Kampagne ausgezeichnet.
Mit witzigen Aktionen und Karikaturen, mit Weblog und Pressearbeit stellt sich die Fairsharing-Kampagne seit dem Jahr 2004 der Musikindustrie entgegen, die versucht, jeden Tausch von Musiktiteln im Internet zu kriminalisieren. Die Kampagne kämpft für den legalen Tausch von Musik und Filmen im Internet. Möglich werden soll dies durch die Einführung einer Abgabe auf Internetzugang und MP3-Player, der sog. Kulturflatrate. Aus deren Einnahmen sollen die Musiker/innen und Rechteinhaber/innen für die Nutzung ihrer Musik und Filme vergütet werden.
Die Fairsharing-Kampagne wird derzeit getragen von Attac, dem FoeBuD und der GRÜNEN JUGEND sowie von verschiedenen Einzelpersonen. Gefördert wird die Kampagne von der Stiftung Bridge. Die Fairsharing-Erklärung Privates Kopieren ist kein Verbrechen haben bereits über 8000 Menschen unterzeichnet.
"Wir freuen uns sehr über den Preis", sagte Oliver Moldenhauer von Attac und der Fairsharing-Kampagne. "Diese Auszeichnung ist für uns Ansporn, mit unserer Kampagne weiterzumachen und wird uns helfen, das Konzept der Kulturflatrate bekannter zu machen."
"Als nächstes ist für uns wichtig, uns in die Debatte über das neue Urheberrecht einzumischen", betont Paula Riester vom Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND. "Der jetzige Gesetzesentwurf verschlechtert die Situation von Tauschbörsennutzern massiv. Wir fordern, die Strafbarkeit des Musik-Tauschens aufzuheben."
Ein Bericht von der Preisverleihung des Alternativen Medienpreis findet ihr auch im unserem Blog.
Zum alternativen Medienpreis
Der Nürnberger Radiosender Radio Z und der Bildungsveranstalter Nürnberger Medienakademie haben den alternativen Medienpreis 1999 ins Leben gerufen. Sie führen ihn mit Unterstützung des Nürnberger Kulturreferats und diverser Sponsoren bereits zum siebten Mal durch. In diesem Jahr bestand die Jury für die Kategorie 'Internet' aus Jürgen Graf (Müllseite), Dr. Gabriele Hooffacker (Journalistenakademie München), Peter Lokk (Nürnberger Medienakademie), Sven Mainka (Frohburger Medienhaus, Leipzig), Prof. Dr. Klaus Meier (FH Darmstadt) und padeluun (Art d'Ameublement, Bielefeld).