Nein zu Gewalt an Frauen!
25.11.2003: Der Internationale Gedenktag am 25. November erinnert an die Opfer von Gewalt und ruft zum Eintreten gegen Unrecht an Frauen auf.
Der Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.
Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen weltweit als Symbol für Frauen, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. 1981 wurde der Todestag der drei Frauen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN greifen sich aus diesem Anlass vor allem das Thema "Frauenhandel" mit den Aspekten Zwangsprostitution, Zwangsarbeit und Zwangsheirat heraus. Katja Husen, frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erklärte dazu:
"Wer glaubt, Menschenhandel sei ein Relikt vergangener Zeiten, irrt: Menschenhandel findet hier und heute statt. Opfer sind vor allem Frauen und Kinder, überwiegend aus Osteuropa, Nutznießer überwiegend Männer in Deutschland. Indem sie, Schnäppchenjägern gleich, immer jüngere Frauen zu immer geringeren Preisen verlangen, gefährden sie die Gesundheit und das Leben tausender Frauen und Kinder. Es ist nicht tolerabel, dass auf Frauenhandel in Deutschland lediglich eine Höchststrafe von zwei Jahren steht, auf Drogenhandel hingegen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. So werden die Profite der Schleuser und Zuhälter weiter wachsen, das Recht und die Würde von Menschen weiter verletzt."
TERRE DES FEMMES führte 2001 erstmals bundesweit einen Fahnenaktion durch die von zahlreichen Frauenbeauftragten und anderen Verbänden auch in diesem Jahr aufgegriffen wird. Bundesweit wird dabei z.B. an öffentlichen Gebäuden eine Fahne gehisst die auf die Kampagne "Frei leben - ohne Gewalt" aufmerksam macht. Der Schwerpunkt von TERRE DES FEMMES ist dabei dieses Jahr, auf die Arbeitssituation von Frauen in der Bekleidungsbranche weltweit aufmersam zu machen.
Auch die GRÜNE JUGEND gedenkt den Frauen, die Jahr für Jahr, Tag für Tag Opfer von Gewalt werden. In vielen Ländern ist diese Gewalt noch immer systematisiert, Mädchen werden nach der Geburt getötet oder haben weniger Rechte. Doch auch hierzulande hat die Gewalt an Frauen viele bedrückende Facetten: Gewalt zu Hause, Gewalt durch Zwangsprostitution und Gewalt, verübt durch Fremde.
Dazu Benedikt Lux, Sprecher der GRÜNEN JUGEND: "Es ist nicht tolerabel, dass auf Frauenhandel in Deutschland lediglich eine Höchststrafe von zwei Jahren steht, auf Drogenhandel hingegen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. So werden die Profite der Schleuser und Zuhälter weiter wachsen, das Recht und die Würde von Menschen weiter verletzt.
Wichtig ist es, weltweit den Mund aufzumachen, und nicht aufzuhören, zu betonen, wie wichtig es ist und bleibt, Frauen zu schützen. Es muss zur weltweiten Normalität werden, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männern zugestanden werden, die Gewalt an ihnen muss weltweit geächtet werden!"
Positionen von Landesverbänden der GRÜNEN JUGEND
Grüne Jugend Hessen
- "Seit über 200 Jahren machen sich Menschen auf der politischen Bühne für mehr Gleichberechtigung von Frauen und Männern stark. Schon während der Französischen Revolution veröffentlichte Olympe de Gouges eine Frauenrechtserklärung. Durch sie wurde klar, daß der Slogan "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" die Hälfte der Menschen übersieht, die vorher gemeinsam für ein gerechteres Gesellschaftssystem gekämpft hatten. Wenig später wurde de Gouges hingerichtet. Die Grüne Jugend Hessen fordert deshalb: den Abbau von Gewalt gegen Frauen, Anti-Diskriminierungsgesetz einführen, um offener und versteckter Diskriminierung rechtlich begegnen zu können. Die Anerkennung von geschlechtsspezifischen Asylgründen Schutz der von Frauenhandel betroffenen Frauen vor Abschiebung und die Unterstützung von Frauen- und Mädchenhäusern sowie Krisenwohnungen Unterstützung von Projekten, die es Frauen erleichtern, Wohnraum zu finden Unterstützung von Projekten gegen Frauenobdachlosigkeit.
> Beschluss zum Thema Gleichberechtigung
Grüne Jugend Bayern
- "Leider gehört die Misshandlung von Frauen hier immer noch zum traurigen Alltag. Die Grüne Jugend Bayern fordert daher eine Aufstockung der bis jetzt existierenden Frauen- und Mädchenhäuser. [...] Frauen und schon kleine Mädchen werden ohne jegliche Sanktionen den Tätern gegenüber gegen ihren Willen verkauft, als Arbeitskräfte missbraucht, zwangsverheiratet, beschnitten und zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Aus diesem Grund setzt sich die Grüne Jugend Bayern überall für die Ächtung von Gewalt und Zwangsmaßnahmen an Frauen aus gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Gründen ein.
> Beschluss der Landesmitgliederversammlung im April 2002 zum Thema Menschenrechte
Grünen Jugend Rheinland-Pfalz
- "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" - dies muß in allen Lebens- und Rechtsbereichen endlich in die Praxis umgesetzt werden! Menschenrechte sind auch Frauenrechte! Wir fordert daher, aktive Maßnahmen zur Gleichberechtigung zu ergreifen und Frauenpolitik konsequent umzusetzen! Wichtige Aspekte sind hierbei Durchgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung von sexueller, körperlicher und seelischer Gewalt an Mädchen und Frauen, so etwa Verbesserten Opferschutz und stärkere Unterstützung statt einem Abbau der Notrufe, Frauen- und Mädchenhäuser. Stärkere Prävention und Hilfe zur Selbsthilfe durch einen Ausbau der Vorsorge- und Aufklärungsarbeit und intensivere Strafverfolgung Aufenthaltsverbot für Täter im Lebensumfeld der Opfer, konsequentes Vorgehen gegen Gewalt an Frauen, insbesondere der Männergewalt, als öffentliche Aufgabe und gesellschaftliche Verpflichtung.
> Beschluss der Landesmitgliederversammlung im Februar 2002 zur Frauenpolitik