Öko-Schwein gehabt?
29.03.2004: Die GRÜNE JUGEND veranstaltet vom 7.-9. Mai ihren Bundeskongress zum Thema "Schnittstelle Ökonomie / Ökologie". Die neueste Studie der VerbraucherInnen-Organisation Foodwatch belegt: Nur wer Öko-Schwein isst, bezahlt die wahren Kosten und schont somit Umwelt und nachkommende Generationen!
Die konventionelle Schweinemast verursacht durch Umweltschäden wesentlich höhere Kosten für die gesamte Bevölkerung, als die BürgerInnen für das Billigfleisch an der Supermarkt-Kasse bezahlen. Zu diesem Ergebnis kommt Foodwatch in einer jüngst veröffentlichten Studie. Das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) prüfte für Foodwatch die wahren Kosten eines Schnitzels.
Viermal mehr Klimaschutz
Verglichen wurden vier verschiedene Betriebe: ' Ein konventioneller und ein ökologischer Modellbetrieb mit dem heutigen Standard sowie ein besonders fortschrittlicher konventioneller und ökologischer Betrieb mit höheren Standards.' Das konventionell hergestellte Schnitzel verbrauchte bei der Herstellung im Vergleich mit dem Öko-Schnitzel viermal so viel Energie, produzierte viermal so viel Stickstoff (der ins Grundwasser geht) und stellt somit eine viermal so hohe Klimabelastung für alle dar. Im Gegensatz zur "Öko-Sau" wurde das Konventionelle Schwein mit Pflanzen gefüttert, die mit Herbi- und Pestiziden behandelt worden waren. Die Schadstoffe können somit auch in das Schnitzel gelangen. Auf der anderen Seite werden für das Öko-Schnitzel mehr Fläche und Arbeit investiert, was sich im Preis deutlich niederschlägt.
Fazit
"Würden Landwirte für die durch sie verursachten Umweltbelastungen zur Kasse gebeten, müssten sie höhere Erzeugerpreise verlangen. Die Vermeidungskosten für die heute berechenbaren Umweltbelastungen durch die konventionellen Betriebe sind jedoch bis zu dreißig mal höher als bei den Ökobetrieben. Bei einem Kilo konvetionellem Schnitzel würde sich dies als Aufpreis von rund 50 Cent niederschlagen," so foodwatch. Der Preisunterschied zwischen Öko-Schnitzel und konventionellem Schnitzel beträgt dann nur noch 14 statt bisher 90% und viele VerbraucherInnen würden sich dann vielleicht eher für das Bio-Fleisch entscheiden.
Unser Kongress in Berlin - sei dabei!
Am 7.-9. Mai veranstaltet die GRÜNE JUGEND ihren Bundeskongress zum Thema Schnittstelle Ökologie/Ökonomie. Die Studie von Foodwatch zeigt erneut: Würde die Industrie und Wirtschaft auch für die Kosten von Umweltschäden zahlen müssen, könnten sich die vielen Preisdumping-Angebote in deutschen Supermärkten, bei der Energie-Versorgung und beim Billigfliegen nicht mehr halten. Die Kosten für Umweltkatastrophen werden in der momentanen Praxis jedoch kommenden Generationen auferlegt.
Genau über diese und andere Schnittstellen zwischen ökolohischem Handeln heute und ökonomischen Folgen wollen auf unserem Bundeskongress in Berlin mit euch und vielen ReferentInnen diskutieren! weitere Infos: www.gruene-jugend.de/kongress
Eat better!
Und wer sich aktiv für besseres Essen einsetzen will, wird von den Europäischen Grünen zur Kampagne Eat-better.org eingeladen und kann hier auch E-Cards an PolitikerInnen oder FreundInnen verschicken! Viel Spaß dabei!