Boykottiert die Musik-Industrie!
31.03.2004: Mit einer neuen Kampagne ruft der Chaos Computer Club (CCC) zum Boykott der Musikindustrie auf. Grund: Mit Abschreck-Verfahren will diese jegliche Form der Privatkopie ausmerzen. Die GRÜNE JUGEND fordert den Erhalt der Privatkopie!
Informationsfreiheit ist kein Verbrechen
"Raubkopierer sind Verbrecher!" lautet die jüngste Kampagne der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Ziel der Hetze ist es, NutzerInnen von Internet-Tauschbörsen einzuschüchtern. Bewusst wird durch juristische Falschaussagen mit der Angst der Menschen vor Strafe gespielt.
Das Urheberrecht ist kein Naturrecht, sondern ein Ausgleich dafür, dass der Urheber sein Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. In erster Linie ist das Urheberrecht hierbei ein Ausfluß des Persönlichkeitsrechtes. Auch die wirtschaftlichen Verwertungsrechte werden dem Urheber zur Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz verliehen. Hierbei bestehen jedoch immanente Schranken. So darf das Werk für die private Verwendung frei kopiert werden (Privatkopie). Diese auch als "fair use" bezeichnete Begrenzung ist eine Ausprägung der Informationsfreiheit und somit ein Grundrecht.
Beschämend der Versuch der Musik- und Film-Industrie, die Privatkopie auf eine Stufe mit Kinderschändern und Rechtsradikalen zu stellen. So forderte der Vorstandsvorsitzende der GEMA auf der Popkomm, nach erfolgreichen Ermittlungsmaßnahmen im Bereich von Kinderpornographie und Nazipropaganda eine Ausweitung dieser Maßnahmen auf Tauschbörsennutzer. So werden die Kunden auf infame Weise verunglimpft..
Die volkswirtschaftlich eher unbedeutende Urheberrechtsindustrie will aber noch weiter gehen. Mit der neuen Richtlinie über die Maßnahmen und Verfahren zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum des Rats der Europäischen Union will sie das Recht erhalten, Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss und auch bei alltäglichen Verstössen durchzuführen. Industriespionage und Missbrauch werden hier Tür und Tor geöffnet.
Neben den politischen Gründen für einen Boykott der Musikindustrie gibt es auch noch ganz handfeste pragmatische Gründe:
- Mit den Erlösen aus den CD-Käufen bezahlt die Musikindustrie die Klagen gegen unsere Kinder. Wieso sollten wir als Gesellschaft dem Gegner auch noch seine Munition finanzieren?
- Mit den Erlösen aus den CD-Käufen bezahlt die Musikindustrie den Kopierschutz, sowohl die Forschung als auch die Umsetzung. Wieso sollten wir als Gesellschaft Technologien finanzieren, deren einziger Zweck darin besteht, uns an der Ausübung unseres Rechtes auf Kopieren zu hindern?
- Wir haben das Recht auf Kopien über GEMA-Abgaben auf CD-Brenner und -Rohlinge erkauft. Es ist unglaublich, wenn wir uns jetzt die Ausübung unseres bezahlten Rechtes als "Raub" vorwerfen lassen müssen.
In all diesen Punkten stimmt die GRÜNE JUGEND vollkommen mit dem CCC überein und hofft mit eurer Unterstützung auf einen großen Boycott! Macht mit! Erzählt allen, die ihr kennt davon und stellt die Texte und Bilder auch auf eure Homepage!
Alles zu finden auf: www.ccc.de/campaigns/boycott-musicindustry