"The day after tomorrow" - alles bloß Fiktion?
01.06.2004: Am Donnerstag den 27. Mai ist Filmstart von "The day after tomorrow", dem neuen Film von Roland Emmerich. Der Film thematisiert den Klimawandel und seine möglichen schlimmen Folgen. Was aber ist Fiktion und was kann Wirklichkeit werden?
Es wird wärmer
Die Realität ist, dass der Mensch momentan dabei ist, das Klima zu verändern. Es wird wärmer. Sogenannte Treibhausgase, wie CO², lagern sich in der Atmosphäre und führen zum sogenannten "Treibahuseffekt" - die Durchschnittstemperatur auf der Erde steigt. Die zehn heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung (ca. 1860), liegen alle zwischen 1991 und 2003.
Durchschnittstemperatur steigt - doch in Europa könnte es kälter werden
WissenschaftlerInnen und Forschungsteams warnen vor einem Abbruch oder einer Abschwächung des Nordatlantikstroms (der nach Europa reichende "verlängerte Arm" des Golfstroms). Dieser Strom bringt warme Wassermassen aus dem Süden mit sich und sorgt dadurch für ein milderes Klima in Europa. Das Abschmelzen der Glätscher und des Eises in Grönland oder die zunehmeden Niederschläge, so die Forschungsergebnisse, könnten zu einer immensen Süßwasserzufuhr führen. Diese kann das Versiegen des Nordatlantikstromes zur Folge haben. Die Auswirkungen auf Europa: Eine kleine Eiszeit.
Mit einem solchen Szenario ist heute nicht zu rechnen, sondern frühestens in einigen Jahrzehnten.
Im Film ereilt die Eiszeit die USA, New York. Das ganze im Zeitraffer von einigen Tagen. Auch die Ursachenverkettung und die physikalischen Gesetze werden im Film nicht immer genau beachtet. Dennoch sind die meisten Szenarien des Filmes denkbar und werden von WissenschaftlerInnen und sogar vom Pentagon nicht ausgeschlossen.
Polare Eismassen stürzen ins Meer
Der Film beginnt mit dem Abbruch des riesigen Eisschelfs Larsen B in der Antarktis. Tatsächlich brach dieses über 3000 km 2 große Eisschelf im März 2002 völlig zusammen - ausgelöst durch die in der Antarktis besonders starke Erwärmung.
Wenn der Treibhauseffekt nicht gebremst wird, rechnet die Wissenschaft in den nächsten 100 Jahren mit einem weiteren Anstieg der globalen Oberflächentemperatur um 1,4° bis 5,8°C. Diese Erwärmung hat einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels um 10 bis 90 cm im selben Zeitraum zur Folge.Zudem kommt es zu einer Verschiebung von Klimazonen - mithin zu großen Schäden für Mensch und Natur.
Los Angeles wird von Tornados heimgesucht
Im Film brechen plötzlich riesige Stürme aus, Tornados ungeahnten Ausmaßes verwüsten Los Angeles. Auch das ist kein völliges Hirngespinst: Mit zunehmendem Klimawandel nimmt die Wahrscheinlichkeit von extremen Wetterereignissen zu - auch ohne plötzliche, sprunghafte Klimaänderungen. Es ist in Zukunft damit zu rechnen, dass es in vielen Regionen der Erde häufiger zu Wirbelstürmen, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen kommt - die Flutkatastrophe 2002 und die Hitzewelle 2003 waren erste Vorboten der Schäden , die auch uns im reichen Norden immer häufiger drohen werden. Entwicklungsländer werden noch stärker zu leiden haben, denn sie können sich nicht so leicht anpassen.
Manhattan unter Wasser
Manhattan wird im Film von einer riesigen Flutwelle erfasst. Auch das ist in dieser Heftigkeit und Schnelle unrealistisch. Richtig ist: Der Meeresspiegel steigt mit der globalen Erwärmung, weil die Meere sich ausdehnen und die Gletscher schmelzen. Wenn der Treibhauseffekt nicht gebremst wird, kann die globale Erwärmung in den nächsten hundert Jahren einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels um 10 bis 90 cm bewirken. Vor allem in Verbindung mit heftigen Stürmen sind viele Inselstaaten und flache Küstenregionen in ihrer Existenz bedroht.
Wir können diese Katastrophen verhindern
Zu Beginn des Films, vor dem plötzlichen Ausbruch der Ereignisse, warnen Klimawissenschaftler vor dem Klimawandel - so wie sie es auch in der Realität tun: Mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verändern wir das Klima. Der Klimawandel passiert schon heute, und seine Gefahren sind real. Die gute Nachricht: Wir haben es in unserer Hand: Mit kluger Klimapolitik, mit Energieeinsparung, mit der Steigerung der Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energieträger können wir die globale Erderwärmung abbremsen und Katastrophen verhindern.Warum sollten wir es darauf ankommen lassen...
[Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) www.bmu.de/]
Das BMU stellt zum Filmstart von "The day after tomorrow" viele Informationen zur Verfügung.