Paul Santman, Campaign Coordinator der FYEG (Foto: privat)

FYEG gegen den Klimawandel

20.12.2008: Paul Santman, Campaign Coordinator der FYEG Vorstandes war in Poznan auf der UN-Klimakonferenz. Hier berichtet er von seinen Eindrücken. Das Interview führte Kathrin Henneberger.

Paul, warum bist Du in Poznan?

Ich bin in Poznan zusammen mit Catrinel Mocanu als Mitglieder der COP14 Delegation des Europäischen Jugendforums, aber auch zur Vertretung der Föderation junger europäischer Grüner (FYEG). Wir sind hauptsächlich hier um Informationen über den COP Prozess, und die Beteiligung der Jugend in diesen, zu sammeln und um Netzwerk Kontakte für weitere COPs aufzubauen. Mit diesen Informationen und Wissen wollen wir die Rolle von FYEG in den Klimaverhandlungen verstärken und damit zusammenhängend die Beteiligung unserer Mitgliedsorganisationen zu diesem Thema verstärken. Nach der Konferenz werden wir uns hinsetzen und Bericht von wenigen Seiten über COP 14 verfassen, dieser wird an all Mitgliedsorganisationen verschickt. Dann Anfang 2009 wird das Exekutivkommittee darüber diskutieren wie unsere Beteiligung an zukünftigen COPs verstärkt werden kann, auch mit der FYEG Generalversammlung im April im Hinterkopf.

Was machen Du und FYEG auf der Klimakonferenz COP 14?

Am Tag an dem wir in Poznan angekommen sind, war auch der Globale Aktionstag (der 6. Dezember). An diesem Tag war FYEG mit einer größeren Gruppe von jungen Grünen präsent (die an der FYEG-GJ Jugendbegegnung in Berlin teilnahmen) um zu der von der polnischen Klima Koalition organisierten internationalen Demonstration im Zentrum von Poznan zu stoßen. Wir waren alle als Clowns verkleidet und hielten Transparente mit der Aufschrift: "Political Leaders: Stop Clowning Around!" ("Politische Führer: Hört mit den Faxen auf!"). Die Demonstration und unsere Aktion, die von Greenpeace/Solar Generation und Young Friends of the Earth Europe (der europäische Dachverband der Bundjugend, Anm. d. Red.) zusammen organisiert war, waren gleichzeitig fröhlich, voller Energie und sehr erfolgreich durch eine Menge Medienberichterstattung. Nach dem 6. sind Catrinel und ich dageblieben um an der COP14 teilzunehmen. Momentan versuchen wir mit den ganzen Jugendaktivitäten aufzuholen, da wir bereits die erste Woche verpasst haben (als wir beide noch an der FYEG-GJ Jugendbegegnung teilgenommen haben). Da gibt es, neben unzähligen Nebenveranstaltungen, offiziellen Treffen, Pressebesprechungen, Präsentationen und NGO Aktivitäten noch diverse Jugendtreffen zu unserer gemeinsamen Strategie, Aktionen und politischen Linie, sowie spezielle Jugendveranstaltungen. Um das ganze ein wenig zu koordinieren sind die Jugendlichen zumeist in Arbeitsgruppen aufgeteilt, zusammengesetzt aus jungen Menschen aus der ganzen Welt. Catrinel ist in der Presse Arbeitsgruppe, während ich in der europäischen Arbeitsgruppe und der Aktionsarbeitgruppe bin (wobei ich gestehen muss, dass ich bisher nicht an allen Sitzungen teilgenommen habe).

Denkst Du die Konferenz wird gute Ergebnisse erzielen und wenn ja, welche wären das für Dich?

Um ehrlich zu sein, die meisten jungen Menschen hier sind da sehr skeptisch und ich stimme meinen jungen KollegInnen da völlig zu. Verschiedene Länder versuchen die Verhandlungen durch ihre Lobbyaktivitäten zu blockieren (z.B. Polen und Deutschland), während andere Länder (wie Japan und Australien) sich viel Mühe dabei geben Teile des offiziellen COP14 Textes zu entfernen die von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Klimawandel Strategie sind. In der Zwischenzeit sind die Diskussionen in Brüssel über das europäische Klima und Energiepaket sehr langsam am vorwärts kommen und wirken sich weiterhin negativ auf die Atmosphäre in Poznan aus. Es gibt einen breiten Konsens zwischen der Jugend und NGOs, dass die Wirtschaft und die politischen Führer (aus den entwickelten Ländern) scheitern werden ihre Verpflichtungen an die jetzige und zukünftige Generationen einzuhalten, aufgrund ihres Eigennutzes. Sie scheinen wirklich nicht wahrzunehmen was hier momentan auf dem Spiel steht. Oder, wie die hier versammelte internationale Jugend sagt, Überleben ist nicht verhandelbar!

Paul, why are you in Poznan?

I'm in Poznan together with Catrinel Mocanu as members of the European Youth Forum COP14 Delegation, but also to represent the Federation of Young European Greens. We are here mainly to gather information on the COP process, the involvement of youth in this and to establish network contacts for future COPs. With this information and knowledge we wish to increase the role of FYEG in the Climate negotiations and, related to this, increase the involvement of our Member Organisations on this topic. After the conference we will sit down together to write a report of a few pages on the COP14, which will be sent around to our MOs. Then in the beginning of 2009 the Executive Committee of FYEG will discuss how to increase our participation in future COPs, also with the FYEG General Assembly in April in mind.

Das Interview in Englisch

What are you and the FYEG doing at the Climate Conference COP 14?

The day we arrived in Poznan was also the Global Day of Action (the 6th of December). On this day FYEG was present with a large group of young greens (attending the FYEG-GJ youth exchange in Berlin) to join the international demonstration in the centre of Poznan organised by the Polish Climate Coalition. We all dressed up as clowns and held up banners with "Political Leaders: Stop Clowning Around!". The demonstration and our action, organised together with Greenpeace/Solar Generation and Young Friends of the Earth Europe, were both cheerful, full of energy and very successful with a lot of media coverage. After the 6th, Catrinel and me have stayed to participate in the COP14. Currently we are catching up with all the youth activities, as we already missed the first week (when we were both still attending the FYEG/GJ youth exchange). There are, besides the countless side events, official meetings, media briefings, presentations and NGO activities numerous youth meetings on our common strategy, actions and policies, as well as specific youth events. To establish a bit of coordination, most of the youth are divided in working groups, made up by young people all over the world. Catrinel is in the Media working group, while I'm part of the European working group and the actions working group (although I have to admit that I haven't taken part in all their meetings organised so far).

Do you think the Conference will produce good results and if so, how would they look like in your opinion?

To be honest, most of the young people here are very sceptical and I fully agree with my young colleagues. Different countries try to block the negotiations through their lobby activities (for example Poland and Germany), while other countries (such as Japan and Australia) are putting a lot of effort in removing parts and pieces of the official COP14 texts which are so crucial for a successful climate change strategy. In the meantime the discussions in Brussels on the European Climate and Energy Package are proceeding very slow and this continues to negatively affect the atmosphere in Poznan. There is a wide consensus among youth and NGOs that business and political leaders (from the developed countries) are failing to meet their obligations to the current and future generations due to their self-interest. They really seem to be unaware of what actually is at stake here. Or, as the international youth gathered here are now saying, survival is non-negotiable!

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