Hochschulen brauchen Demokratie statt Bildungsgutscheine!
22.09.2004: Heute wurde das Hochschulfinanzierungskonzept der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) vorgestellt. Dazu erklärt der Bundesvorstand der grün-nahen Hochschulgruppen:
Das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen begrüßt die klare Positionierung der Heinrich-Böll Stiftung gegenüber der Einführung von Studiengebühren. "Die Böll-Stiftung betont zurecht den Zusammenhang zwischen einer Verstärkung der sozialen Selektivität durch die Einführung von Studiengebühren", stellt Christian Beck, Vorstandssprecher der grünnahen Hochschulgruppen erfreut fest. Damit grenzt sich die HBS klar von den Plänen einzelner grüner PolitikerInnen ab, die sich für diese unsoziale Finanzierungsform ausgesprochen haben.
"Die Unterstellung des Konzepts, dass mit wertvoller Studienzeit oft verantwortungslos umgegangen würde, ist aber unbewiesen und falsch", kritisiert Beck. "Lange Studienzeiten sollten mit der Verbesserung der Studienstruktur und der Beratung bekämpft werden. Gegen professorale Behäbigkeit braucht es dafür aber die stärkere Stimme von Studierenden in demokratisierten Hochschulgremien. Die Riesenchancen zur Strukturreform bei der Einführung von Bachelor und Master werden gerade reihenweise durch Präsidialdiktaturen in Gremien verschenkt. Gutscheine statt Demokratie wie im HBS-Konzept würden dagegen bei Studierenden ein passives Selbstverständnis als Kunde fördern. Damit widerspricht das HBS-Konzept seinem eigenen republikanischen Anspruch."
Das "Konzept Hochschulfinanzierung und Wissensgesellschaft" der Heinrich-Böll-Stiftung finder Ihr hier.
Und Campus-Grün - Das Bündnis Grün-Alternativer Hochschulgruppen. Wird derzeit allerdings nicht regelmäßig aktualisiert.