Gute Stimmung bei Hanfdemo Köln

25.09.2004: Legalize Cannabis - Immer noch werden KifferInnen kriminalisiert. Ein Zeichen dagegen setzt die Kölner Hanfdemo, die sich am 25.9. zum zweiten Mal durch die Kölner Innenstadt schlängelte.

Mehr als 500 Hanf-AktivistInnen waren trotz des herbstlich-nasskalten Wetters auf den Kölner Roncalliplatz gekommen, um gegen die Kriminaliserung der KifferInnen auf die Straße zu gehen. "Das war voll ok," meinte Demo-Organisatorin Petra Piskar, "das war auf jeden Fall mehr als letztes Jahr!"

Chillen auf der Domplatte

Die Zeit bis zum Demostart vertrieben sich die meisten damit, die Flyer verschiedener Initiativen und Bewegungen zu lesen - natürlich war auch der Hanf-Flyer der GRÜNEN JUGEND mit dabei. Außerdem zogen viele an Zigaretten; in der Luft verbreitete sich der süße Duft von THC. Mit dem Einhalten des Zeitplanes sahen es die OrganisatorInnen ganz locker - erst kurz, bevor die Demo losziehen sollte, fuhren die Lastwagen mit der Musikanlage auf den Roncalliplatz. Werner Sack, ehemaliger Jugendrichter, legte deswegen sofort mit seiner Rede los, und forderte, dass "endlich Schluss sein muss mit der Kriminalisierung von Millionen Menschen in unserem Land." Tilmann Holzer vom Verein für Drogenpolitik verwies darauf, dass jedes Jahr 140.000 Menschen an der Droge Tabak sterben, 40.000 Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum, dagegen aber, so Holzer: "Noch nie in der gesamten Geschichte der Menschheit ist jemand durch Cannabiskonsum zu Tode gekommen!"

Noch niemals ist auch nur ein Mensch vom Kiffen gestorben!

Unüberhörbar startete die Demo zu einer Runde durch die Kölner Innenstadt. Begleitet von fetten Beats tanzten die Hanf-AktivistInnen durch Köln. Rund eine Stunde später ging es dann bei der Abschlusskundgebung politisch weiter. Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband forderte die DemonstrantInnen auf, sich selbst noch mehr für die Legalisierung zu engagieren. "Schreibt Briefe, macht mit bei Initiativen, werdet aktiv!" Zum Toben brachte die Menge dann schließlich Ossi Helling, der sozialpolitische Sprecher der grünen Ratsfraktion in Köln. Helling brachte sogar umweltpolitische Argumente für die Legalisierung: "Es muss Schluss sein mit dem Hanftourismus in die Niederlande!"

Thorsten Spelten von ['solid] beschränkte sich in seiner sehr engagierten Rede nicht auf das Thema Kiffen. "Leute, denkt beim Legalisieren nicht immer nur an Hanf!" Nur mit einer anderen Drogenpolitik sei ein humaner Umgang gerade mit Schwerstabhängigen möglich.

Gebt das Hanf frei!

Hans-Christian Ströbele konnte leider nicht nach Köln kommen. In Berlin drohte eine Nazi-Demo, die zum Glück verboten werden konnte. Schade - vielleicht klappts ja nächstes Jahr. Die OrganisatorInnen sind sich sicher, dass sie auch 2005 wieder eine Hanfdemo in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens machen wollen. "Erst mal eine kleine Pause, und dann machen wir ne Feedbackrunde," meint Petra Piskar augenzwinkernd, "Mal schauen, was wir im kommenden Jahr verbessern können."

Damit es im nächsten Jahr noch runder läuft, hat die GRÜNE JUGEND zusammen mit ['solid] und anderen Interessierten am Rande der Demo einen "AK Hanfdemo" gegründet.

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