"Hast du schonmal Reizwäsche getragen?"
14.07.2009: Bericht vom Workshop der Frauenkommission beim Gender Happening
Diese Frage bekommt mensch im täglichen Leben wohl nicht oft gestellt. Gerade deshalb war es interessant zu sehen, wie Menschen darauf reagieren, wenn sie ihre Antworten auf diese und andere Fragen vor einer Kamera und einem relativ großen Publikum kundtun sollen. Relevant ist dies vor allem deshalb, weil Fragen wie diese, allgemein unser Zugang zu Sexualität und Geschlecht, sehr stark zu unser Subjektbildung beitragen. Allerdings meist unterbewusst und unhinterfragt. Das wollten Dorothée Zombronner und Patrick Gaden in unserem Workshop "Fuck Gender - Be yourself" beim Gender Happening der Heinrich-Böll-Stiftung aufbrechen und haben deshalb in ihrer Kunstaktion versucht, uns die theoretischen Überlegungen zur Subjektbildung praktisch vor Augen zu führen. Damit alle wussten, wie diese theoretischen Überlegungen eigentlich aussehen, hat Moritz Keppler aus Göttingen zunächst in neuere feministische Theorien sowie Ansätze des Poststrukturalismus eingeführt.
Nach zweieinhalb Stunden Dekonstruktion und Genderpolitik waren alle geschafft, aber einig, dass die Identität von Menschen nicht an ihrem Geschlecht festgemacht werden kann. Denn eins ist klar - ob jemensch Reizwäsche mag oder nicht, ist zuallererst seine/ihre persönliche Sache.