Die grüne Spannung stieg
07.12.2002: In Hannover hatten sich am Samstag 733 Delegierte aus der gesamten Bundesrepublik zur 21. BDK von Bündnis 90/ Die Grünen zusammengefunden um nochmal über die Trennung von Amt und Mandat zu diskutieren.
In den Mittagsstunden wurde über die Tagesordnung, die normalerweise ohne große Kritik angenommen wird, schriftliche Abstimmung abgestimmt. In der knappen Entscheidung sprachen sich 411 Delegierte für die Beibehaltung der vorgesehene Tagesordnung aus.
Die Anträgen einzelner Kreisverbände und auch der Grünen Jugend Baden-Würtemberg die Debatte über die Trennung von Amt und Mandat auf dieser BDK nicht nochmal zu befassen fand damit keine Mehrheit. Diese erste knappe Entscheidung zeigte wie unvorhersehbar immernoch die Entscheidung über die Trennung von Amt und Mandat war, denn für die Entscheidungen über Satzungsänderungen und Übergangsfristen zur Durchführung einer Urabstimmung ist eine Zweidrittel Mehrheit notwenig.
Die Spannung und Nervosität der Delegierten und speziell der BewerberInnen für den Bundesvorstand war zum Teil sehr angestiegen.
Aus den Reihen der GRÜNEN JUGEND liegen drei Bewerbungen vor. Benjamin von der Ahe ist Sprecher der GRÜNEN JUGEND und beratendes Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/ Die Grünen. Katja Husen war von 1998 bis 2000 Sprecherin der GRÜNEN JUGEND (damals noch Grün-Alternatives Jugendbündnis). Seit 2001 ist sie Mitglied im Landesvorstand der GAL Hamburg. Beide haben vom Bundesausschuss der GRÜNEN JUGEND ein Votum für ihre Bewerbung erhalten.
Eine spannende Rolle spielt dabei Angelika Beer, die eigentlich als Beisitzerin für den Bundesvorstand kandidiert. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete könnte bei der Beibehaltung von Trennung von Amt und Mandat in der Nacht für eine Überraschung sorgen. Auf die Frage ob Sie sich eventuell als Nachfolgerin von Claudia Roth um das Amt der Bundesvorsitzenden zur Verfügung stellt, antwortete die Schleswig Holsteinerin: "Ich schließe es nicht aus, möchte es aber nicht unbedingt machen." Gleichzeitig übte sie aber starke Kritik an den jetzigen Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn. Angelika Beer warf ihnen in ihrer Rede vor, im Rahmen des Wahlkampfes nicht mehr gemerkt zu haben, was in der Partei los ist.
Da die Tagesordnung mehrere Stunden im Verzug war, stellten sich viele Delegierte auf einen langen und noch sehr konfliktreichen Abend ein. Nach der Entscheidung gegen 1 Uhr wurde in der Nacht für viele BewerberInnen noch die Frage geklärt, ob sie unter den gefundenen Kompromissen ihre Kandidaturen aufrecht erhalten wollen und für welche Positionen sie am Sonntag kandidieren werden.
Omnid Nouripour ist Sprecher der Grünen Jugend Hessen und bewirbt sich ebenfalls für den Bundesvorstand.