CSD 2009 in Erfurt (Quelle: Grüne Thüringen)

Alt raus – Grün rein!

24.08.2009: Bericht vom Auftakt der GRÜNEN JUGEND-Hochtour in Thüringen

Bereits beim Verlassen des Erfurter Hauptbahnhofes sehe ich schon ein Plakat der CDU. „Zukunft macht man nicht mit links“ strahlt dort in den thüringischen Landesfarben. Die große Gefahr von links- das ist das einzige was die CDU zu sehen scheint. Und vergisst dabei, dass sich von rechts eine weitaus größere Gefahr anbahnt. Laut den letzten Wählerumfragen erreicht die NPD in Thüringen 4 Prozent der Stimmen, ein Einzug in den Landtag ist daher also nicht unmöglich. Genau das will die GRÜNE JUGEND verhindern. Mit einem Bus fahren wir eine Woche durch ganz Thüringen, um die Menschen davon zu überzeugen, dass die NPD nicht in den Landtag reingehört, die Grünen dafür aber endlich einziehen können. „Alt raus – Grün rein“ lautet die Devise.

Wir starten mit unserem Auftakt in der Landesgeschäftsstelle der Grünen in Erfurt. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, erklärt uns wie die politische Lage in Thüringen aussieht, welche Themen an den Wahlkampfständen gut ankommen und wie man den politischen Gegner am besten angreifen kann. Und eine große Angriffsfläche bietet die CDU unter Dieter Althaus allemal, denn ein Skandal reiht sich an den nächsten ran (u.a. dokumentiert in unserem Blog). Die Grünen wollen in Thüringen die Energiewende schaffen, eine Schule für alle einführen, Rassismus effektiv bekämpfen und eine ökologische Verkehrspolitik umsetzen. Die Alleinherrschaft der CDU muss in Thüringen gebrochen werden, denn die langen Jahre ohne Koalitionspartner haben die Landesregierung arrogant und träge gemacht – in Thüringen bewegt sich nichts, aber Grün dreht das!

Als nächstes haben wir einen Referenten von Mobit (Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus) eingeladen. Genau wie in Sachsen, wo die NPD bereits im Landtag sitzt, haben die Nazis in Thüringen eine feste Verankerung im Land. Bei den Kommunalwahlen ist die NPD überall dort in die Parlamente eingezogen, wo sie auch angetreten ist. Die Angst vor „Überfremdung“ sei in Thüringen besonders stark, erklärt uns der Mobit Referent und verweist dabei auf die umfangreiche Langzeitstudie Monitor, die rechte Einstellungen in Thüringen seit acht Jahren untersucht. Genau in dem Moment, wo wir unseren Auftakt haben, hat die NPD im Übrigen ein neues rassistisches Plakat herausgebracht: dieses Mal mit dem Schwarzen CDUler Zeca Schall

Zum Abschluss gehen wir noch mit Astrid und anderen Thüringer Grünen auf den CSD in Erfurt. Dieser mag vielleicht kleiner sein, als andere CSDs in Deutschland, dafür ist die Stimmung hier großartig. Menschen tanzen ausgelassen über die Erfurter Straßen und das Motto „Wir bleiben alle“ wird immer wieder von der Menge skandiert. Das Motto spielt auch auf die gewaltsame Räumung des besetztes Hauses in Erfurt an, das u.a. auch eine Rückzugsstätte der Lesben-, Schwulen- und Queerbewegung war: ein Ort der Freiräume.

Eine Woche voller kreativer Wahlkampfaktionen steht uns jetzt bevor, eine Rundreise durch ganz Thüringen und am Ende erwartet uns hoffentlich ein gutes grünes Wahlergebnis und ein richtiger Politikwechsel!