Aktion für Frauenrechte
09.03.2005: An vielen Orten in Deutschland informierte die GRÜNE JUGEND über ihre Forderungen zum Frauentag. Hier ein Bericht aus Wertheim im nördlichen Baden-Württemberg.
Am Internationalen Frauentag, den 08. März, machte die Grüne Jugend Wertheim am Nachmittag ab 15.30 Uhr einen Infostand auf dem Marktplatz. Unter dem Motto "Frauenrechte sind Menschenrechte!" informierte sie über die Genitalverstümmelung von jungen Frauen und Mädchen und sammelte Spenden für die Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen (INTACT). "130 Millionen Frauen fallen der Beschneidung weltweit jährlich zum Opfer, und nicht wenige von ihnen kommen dabei ums Leben. Organisationen wie INTACT, die sich dem Kampf gegen diese Art der Folter von Frauen verschrieben haben, verdienen Unterstützung für ihre wichtige Arbeit," so Lena Mohrenweiser, Mitglied der Grünen Jugend und der Frauenhilfsorganisation.
Interessierte konnten sich außerdem über die frauenpolitischen Ansichten der Grünen Jugend und von Bündnis 90/Die Grünen informieren. Besonderes Augenmerk lag auf den Themen Lohngerechtigkeit und Berufszugang. "Noch immer verdienen Frauen weniger als die männlichen Kollegen und das bei gleicher Qualifikation", so Karolina May, Sprecherin der Grünen Jugend Wertheim. "Was sich im aktiven Berufsleben zeigt, reicht bis hin zur Rente. Neueste Studien zeigen, dass 80 Prozent der deutschen Rentnerinnen mit ihrer alleinigen Rente unterhalb des Existenzminimums leben."
Gründe gibt es für die GJ immer noch genug, sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einzusetzen. Die eigenen Strukturen verwirklichen diese deshalb in Form einer Quotierung aller Posten innerhalb der Jugendparteiorganisation. "Das Thema Gleichberechtigung ist keinesfalls abgeschlossen und schon lange kein Thema mehr, welches sich unter dem Klischee der 68er Emanzen verstecken darf", so Kathrin Lermann. "Wer Familien fördern will und der schwachen Geburtenquote in Deutschland entgegentreten will, muss erst mal Chancengleichheit und Gleichberechtigung politisch umsetzen."
Den Willen dazu, Gleichberechtigung zu schaffen, vermisst die Grüne Jugend Wertheim bei konservativen Parteien wie CSU und CDU. Wer will, dass junge Paare Familien gründen, muss neben einem guten sozialen Sicherungssystem, gleichberechtigte Karrierechancen für Frauen und Männer gewährleisten. "Es kann nicht sein, dass Frauen ihren Kinderwunsch begraben, aus Angst mit einer Babypause die Karriereleiter abzusägen", so Mercedes Lambrecht, Pressesprecherin der Grünen Jugend Wertheim. "Gerade die drohende Einführung von Studiengebühren wird junge Frauen in einem besonderen Maß treffen: Für Frauen mit Kinderwunsch ist es eine entscheidende Frage, ob sie ihr Berufsleben nach dem Studium mit einem Schuldenberg beginnen oder nicht."
Das Denken in längst überholten Rollenbildern vom "typischen Mann" und der "typischen Frau" ist den Junggrünen ein Dorn im Auge. "Die im Grundgesetz vorgeschriebene Gleichbehandlung von Mann und Frau ist endlich in allen Bereichen praktisch umzusetzen. Das beginnt auf den kommunalen Ebenen bis hin auf die europäische Ebene und durchzieht alle Politikfelder: von Sozial- über Bildungspolitik, bis hin zu Gesundheits- und Arbeitsmarktreformen. Nur wenn Frauen und Männer hier die gleiche Berücksichtigung finden, kann sich diese Gesellschaft wirklich weiterentwickeln", so Oliver Hildenbrand, Sprecher der GJW. "So lange wir einen Weltfrauentag brauchen, damit die so genannten Frauenthemen wenigstens einmal im Jahr von allen behandelt werden, haben wir noch sehr viel zu tun."