Ich mache Politik, weil...
06.07.2005: Heute in unserer Serie: Julia Seeliger, 26, Schatzmeisterin des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND.
In dieser Serie stellen wir Aktive aus der GRÜNEN JUGEND vor. Uns interessiert: Für welche Ziele kämpfen sie? Wie sind sie zum Verband gekommen? Und: Warum machen sie überhaupt Politik?
Bonn, im Sommer 2002. Ich bin bei einem Vortrag des ehemaligen CDU-Oberbürgermeisters und Ex-Bundestagsabgeordneten Hans Daniels. "Wir haben uns damals einfach mit ein paar Freunden zusammengetan und angefangen." Politisches Engagement sei so wichtig!, sagt er. "Da hat er recht!", hab ich mir damals gedacht und meldete mich bei den Grünen an.
Ungerechtigkeiten hatten mich schon immer aufgeregt. Autoritäten ohne Kompetenz haben mich schon immer geärgert. Sich gegen diese auch mit den Spielzeugen der Demokratie zu wehren, auf diese Idee war ich bis damals nicht gekommen. Partei - das ist doch eigentlich viel zu verstaubt... Oder?
Nö. Und es lässt einen auch nicht wieder los. Politik als Sucht? Vielleicht. Der eine oder die andere derjenigen, die hier gesagt haben, warum sie Politik machen, könnte sich wohl ebenfalls nur sehr schwer von dieser "Seuche" trennen. Macht ist eben doch ganz geil - es liegt an uns allen, jeden Tag so zu arbeiten, als könnte es auch unser letzter im "politischen Geschäft" sein. Das fällt nicht immer leicht.
Als Therapie hab ich mir jetzt "Höhenrausch" von Jürgen Leinemann bestellt. Wenn ich irgendwann mal Zeit habe - neben der Politik - ziehe ich mir mal rein, wie es anderen bekannten PolitikerInnen mit ihrer Droge Politik so geht... Soll ein gutes Buch sein.
Julia Seeliger ist 26 und Schatzmeisterin des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND. 2002 startete sie bei der Grünen Jugend Bonn und bei den Bonner Grünen. Kennzeichen dieser Zeit: Nächtliche Plakat-Aktionen gegen die Junge Union, Grüne-Jugend-Bonn-interne Flügel-Kämpfe sowie Grundsatz-Dispute, die politische Freundschaften ernsthaft gefährdeten - es gab aber auch versöhnende Eiskaffee-Sessions auf der Politik-Terasse und ganz einfach die Gewissheit, ein wunderbares Team zu sein - fast wie Freundschaft... Jetzt wohnt Julia in Berlin.
| Ich mache Politik, weil ich eine offene Welt möchte, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich zu entfalten. Es wird oft behauptet, dass die Probleme dieser Welt nicht veränderbar seien und sich Menschen an die Gegebenheiten anpassen müssten. Das sind die Argumente derjenigen, die von der momentanen Situation profitieren und an gesellschaftlichen Änderungen nicht interessiert sind. Dass man die Welt verändern kann, wird jeden Tag zu jeder Zeit und an jedem Ort bewiesen. Oftmals nur in kleinen Dingen, doch die Demokratie bietet jedem Menschen die Möglichkeit, an politischen Entscheidungen teilhaben zu können.
Viele regen sich lieber am Stammtisch auf, anstatt ihrem Wahlkreisabgeordneten eine E-Mail zu schreiben oder eine offizielle Petition an den Deutschen Bundestag zu schicken. Wer die Beeinflussung von Abgeordneten alleine den Lobbyisten überlässt, braucht sich nicht zu wundern, dass die Interessen der Menschen aus der Nachbarschaft vergessen werden. Es ist erschreckend, wenn Menschen sagen: "Was kann ich denn schon ändern? Wer hört denn schon auf mich?" Bei der GRÜNEN JUGEND hat man die Möglichkeit, mit Abgeordneten, StaatssekretärInnen und MinisterInnen zu sprechen. In der Partei hat man die Möglichkeit zu bestimmen, wer bei Wahlen antreten darf und welche Ziele die Partei verfolgen soll. In der Demokratie sind es die Menschen, die Druck auf die Politik ausüben. Doch es sind nicht die Menschen, die zu Hause über die Politik schimpfen, sondern die Menschen, die Demokratie nicht nur bei Wahlen leben. Demokratie findet nicht nur alle vier Jahre statt. Demokratie heißt Teilhabe an den Entscheidungen, Demokratie heißt, Entscheidungsträgern mit Ideen und Informationen zu besseren Entscheidungen zu helfen und die Gesellschaft in die Richtung zu verändern, die allen Menschen ein gutes Leben gewährleistet. Gregor Simon (26) ist Koordinator des Fachforums Gleichberechtigung der GRÜNEN JUGEND, Koordinator des Arbeitskreis Wirtschaft und Soziales der Grünen Jugend Hessen und im Vorstand der Grünen Jugend Bergstraße. |
Ich bin bei der Grünen Jugend aktiv, weil es mir sehr viel Spaß macht, mit jungen Menschen für eine schönere und gerechtere Welt zu streiten. Beispielsweise für den Umweltschutz. Dazu gehören der Atomausstieg, die Förderung erneuerbarer Energien und des Biolandbaus. Auch das Verbot der Urwaldabholzung und die Renaturierung, nicht der weitere Ausbau der Flüsse, um den zahlreichen Tierarten ein neues zu Hause zu geben und sie vor dem Aussterben zu schützen, halte ich für sehr wichtig und noch vieles mehr!
Außerdem sehe ich in Deutschland das Problem, dass der Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, was durch Hartz IV meiner Meinung nach nur begünstigt wird und deshalb bin ich für deutliche Korrekturen dieser Reform, sowie ich es für wichtig halte, den Spitzensteuersatz anzuheben, statt weiter zu senken, sowie eine baldige Einführung von Erbschafts-, bzw. Vermögenssteuer. In Bayern wurde beispielsweise gerade beschlossen, ab dem kommenden Schuljahr Büchergeld in der Höhe von 40 Euro einzuführen. Ich halte dies für völlig unkorrekt, denn wir brauchen eine kostenlose Bildung, die es auch sozial schwachen Familien ermöglicht, ihren Kindern eine gute Bildung zu verschaffen. Meiner Meinung nach wird dadurch nur noch mehr selektiert, sodass letztendlich nur noch Kinder von wohlhabenden Eltern ein Gymnasium besuchen können.
Auch den Begriff "eine Welt" halte ich für sehr wichtig. Wir sollten auf jeden Fall dafür kämpfen, den armen Ländern endlich die Schulden zu erlassen, denn schließlich können wir nur ein einem solchen Wohlstand leben, weil wir die armen Länder systematisch ausgebeutet haben. Ich halte es auch für wichtig, die Entwicklungshilfe zu erhöhen und auf keinen Fall zu senken, sie beträgt sowieso nur 0,8% des BIP. Ebenfalls sollte die Bevölkerung mehr über fair gehandelte Produkte und deren Vorteile und im Zusammenhang dazu über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern aufgeklärt werden.
Svenja Petri ist 17 Jahre alt und wohnt in Regensburg. Sie ist Sprecherin der Grünen Jugend Regensburg und Beisitzerin im Landesvorstand der Grünen Jugend Bayern. Seit Mitte 2002 ist sie in der Grünen Jugend aktiv.
| Ich mache Politik, weil man durch Nichtstun in unserer Gesellschaft sicherlich nichts bewegen kann. Politisches Engagement dagegen ist eine Möglichkeit, sich einzubringen und etwas zu verändern. Die in der Bevölkerung und gerade unter jungen Leuten wachsende Unzufriedenheit „mit denen da oben“ muss dazu führen, selbst aktiv zu werden – nicht zu Resignation und Rückzug. Ich persönlich will mich aktiv für ein sozial- und chancengerechtes Bildungssystem einsetzen. OECD-Studien belegen, dass das deutsche Bildungssystem in hohem Maße sozial selektiv ist. Das beginnt bei der Sortierung der SchülerInnen nach der Grundschule und setzt sich an den Hochschulen fort. Die Chancen von ArbeiterInnenkindern auf einen höheren Bildungsabschluss sind – bei gleichen Leistungen – viermal geringer als die von Kindern aus AkademikerInnenkindern. Noch schwerer haben es Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund. Ich setze mich außerdem für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft ein, in der Faschismus, Antisemitismus und Rassismus nie wieder eine Chance haben. „Schlussstrich-Debatten“ und Diskussionen über Schuldfragen in Bezug auf die Befreiung Deutschlands durch die Alliierten helfen dabei nicht gegen die dumpfen Parolen der Ewiggestrigen, sondern leisten ihnen Vorschub! Angefangen bei der Anwendung der Todesstrafe, über die weltweite Tendenz im Zuge des „Kampfes gegen den Terrorismus“ international verbindliche Rechtsnormen abzubauen – Menschenrechtsverletzungen sind weltweit an der Tagesordnung. Die Menschenrechte sind nicht Teil einer abgedrehten „Gutmenschen-Philosophie“, sondern Garant für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt. Die Einhaltung der Menschenrechte muss daher international entschiedener eingefordert werden als bisher. Oliver Hildenbrand ist 17 Jahre alt und derzeit Schüler einer 11. Klasse. Er ist Sprecher der Grünen Jugend Wertheim, Vorstandsmitglied im Wertheimer Ortsverband der Grünen und außerdem aktiv in der örtlichen Gruppe von amnesty international. |
Ich mache Politik, weil ich versuchen kann, die Welt ein Stück zu verbessern/zu verändern. Ich nimm's wie es in einem Sprichwort heißt: "Nur wer aktiv ist, kann etwas ändern."
Außerdem lernt mensch immer nette und neue Menschen kennen, die die selben bzw. fast die selben Ideale haben. Durch die grüne Politik kann mensch selbstbewusst den Konsevativen gegenübertreten, für ein gebührenfreies Erststudium kämpfen und vieles andere mehr.
Des Weiteren kann mensch sich für anderen Menschen einsetzen und versuchen sie mit in die Politik einzubeziehen... Dass ist sehr wichtig, denn nur damit kann mensch die Demokratie aufrecht erhalten.
Anna Halbe ist 20 Jahre alt und wohnt in Olpe. Sie ist Mitglied im Beirat der Grünen Jugend NRW, sachkundige Bürgerin im Schul-, Kultur- und Sportausschuss. Zur Zeit macht sie ein Praktikum in einem Steuerbüro, danach wird sie BWL studieren.
| Ich mache Politik, weil es wichtig ist, sich mit seinen Ansichten in die Gesellschaft einzubringen, um etwas in dem Sinne zu bewegen, von dem man glaubt, dass es das Richtige ist. Das ist das Wesen der besten Staatsform, der Demokratie.
Es ist möglich, sich auf vielfältige Weise politisch zu engagieren - auch außerhalb von Parteien und ihren Jugendverbänden. Allerdings habe ich mich genau für diesen Weg entschieden, weil er die besten Möglichkeiten bietet, politisches Denken, Reden und Handeln in vielen Themenbereichen innerhalb eines Gesamtkontextes zu betreiben. Dieser Gesamtkontext ist für mich im Wesentlichen geprägt durch ein liberales Gesellschaftsbild, die Notwendigkeit von sozialer und ökologischer Verantwortung, das Prinzip der Nachhaltigkeit und das Primat der Menschenwürde. Weil die Grüne Bewegung dies alles - bei aller gerechtfertigten Kritik - am besten vertritt, engagiere ich mich bei den Grünen und der GRÜNEN JUGEND. Und nicht zuletzt auch, weil es unglaublich spannend sein kann, man viele nette und interessante Menschen kennenlernt und es alles in allem sehr viel Spaß macht. Denn Politik ist immer wieder ein Grund, mit ein paar Leuten bis spätabends bei einem (oder mehr) Bier zusammen zu sitzen und über alle möglichen Probleme der Welt und deren Lösungen zu diskutieren - was will man mehr?! Martin Metz ist 21, wohnt in Sankt Augustin (NRW) und studiert in Bonn Geographie. 2001 bis 2003 war er Sprecher der Grünen Jugend Rhein-Sieg, seitdem ist er weiterhin als "einfaches Mitglied" aktiv, sowohl vor Ort als auch auf den Landesmitgliederversammlungen und Bundeskongressen. Und zudem immer wieder gerne heiß diskutierend auf diversen Mailinglisten. Seit 2004 ist er Mitglied im Stadtrat Sankt Augustin und als sachkundiger Bürger im Kreistag Rhein-Sieg. Seine Schwerpunkte: Kommunal-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltpolitik. |
Ich mache Politik, weil ich nicht will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist. Deswegen schau ich nach vorne und möchte auch anderen aufzeigen, dass aus dieser Welt mehr zu machen ist, als sie zu zerstören. Politik machen - das bedeutet für mich, Alternativen aufzuzeigen und diese Alternativen so gut ich kann zu leben. Also: Selbst Bio-Produkte und fair gehandelte Waren einkaufen, Zug fahren, freie Software benutzen und so weiter - ist ja Politik! Damit kann ich zeigen: Es geht auch anders!
„Alternativkultur“ oder „Veränderung“ hört sich oft so fern und schwer erreichbar an. Natürlich weiß auch ich, dass Politik kein Kinderspiel ist, aber viel toller wäre, wenn Kinder und junge Leute mehr mitmachen würden und dürften. Ich mache Politik, weil dies für mich eine Chance darstellt, die Welt ein wenig hin zu meinen Vorstellungen und Wünschen zu verändern - sie gerecht, ökologisch, gleichberechtigt zu machen - und weil ich hoffe und erleben darf, dass mein Spaß daran andere junge Leute ansteckt. Unsere Stimme wird immer lauter werden...
Vielleicht könnte man sagen, dass ich Politik mache, weil ich an die Welt glaube.
Fabienne "Fab" Pradella ist gerade 18 geworden. Sie wohnt in Göllheim, einem Dorf im rheinland-pfälzischen Donnersbergkreis und ist Sprecherin der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz. Nach dem Abitur will sie in Passau Kulturökonomie studieren. Und weiterhin die Welt verbessern, natürlich.
| Ich mache Politik, weil ich es für wichtig halte, sich einzubringen. Viele Leute sind nicht zufrieden mit der Politik, die andere für sie machen, dabei ist es in einer Demokratie so einfach, selbst Einfluss auf die Politik zu nehmen. Ich finde, dass eine Demokratie das Engagement aller benötigt, um zu funktionieren. Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass ich nicht immer über die Politik und die PolitikerInnen schimpfen kann, wenn ich nicht selbst bereit bin aktiv Politik mitzugestalten. Demokratie ist nie fertig, sondern wir müssen jeden Tag für sie kämpfen. Nicht zuletzt das Erstarken rechter Parteien hat gezeigt, dass wir auch nach 60 Jahren Demokratie nie sicher sein können, ob das Projekt funktioniert. Ich möchte, dass es funktioniert und dafür will ich mich aktiv einsetzen und kämpfen. Deshalb mache ich Politik. Josefine Paul ist 23 Jahre, wohnt in Münster, sie ist Koordinatorin des Fachforums LesBiSchwul und was ihre Lebensumstände betrifft ist sie erzkonservativ. |
Ich mache Politik, weil mich ein Lächeln im Gesicht anderer fröhlich stimmt. Lebenszufriedenheit und -Qualität, Lebensperspektiven, private Freiheit und Lebenssicherheiten für alle über alle Grenzen hinweg zu schaffen sind daher meine politischen Ziele.
Dabei kann das höchste Gut der Menschen und ihrer Zukunft, unsere Umwelt, nur dauerhaft geschützt und erhalten werden, wenn jedeR die Zeit, Muße und das Intresse dafür entwickelt oder entwickeln kann.
Solidarität bedeutet, dass die Starken, die Schwachen stützen sowie die Reichen die Armen und Freiheit hört bei der Freiheit des/der anderen auf. Nur politische Systeme, die Umwelt und Mensch über Profit und Wachstum stellen und die auf Solidarität und Freiheiten basieren, erlauben uns allen, dauerhaft, immer wieder über uns selbst, unsere Gesellschaft und unser aller Einfluss auf die Umwelt nachzudenken.
Meine Schwerpunkte sind Bildung und Macht, Sozial- und Wirtschaftspolitik (und damit verbunden Finanz- und Steuerpolitik).
Jonas Hartmann ist 23 Jahre alt und wohnt in Darmstadt, wo er Soziologie, VWL und Psychologie studiert. Er ist im Kreisverband Darmstadt aktiv in der Organisation & als Schatzmeister sowie Deligierter für den Ring politischer Jugend Hessen. Von 2004 bis 2005 war er Bundesausschuss-Deligerter der Grünen Jugend Hessen. Er ist seit 2002 im Verband aktiv und ist auch stets auf den Debatten auf den Mailinglisten der GRÜNEN JUGEND dabei.
| Ich mache Politik, weil ich seit meiner frühen Jugend begeistert bin von der Idee, mich für Gerechtigkeit einzusetzen. Das Streben nach einer gerechten Welt umfasst Generationengerechtigkeit und Umweltschutz, Tierschutz, die Gleichberechtigung verschiedenster Teile der Gesellschaft, das Recht auf Bildung und soziale Grundsicherung sowie den Einsatz für Gewaltfreiheit. Hierfür möchte ich eintreten! Und eins ist klar: Nur wer sich einbringt, wird auch gehört. Die Einblicke, die ich zu Beginn meines politischen Engagements bekam, bestärkten mich ungemein. Ich ging in die Ortsgruppe bei den Grünen, dort waren sonst nur LehrerInnen und BeamtInnen und ich war der einzige unter 35 Jahren. Jeder normal denkende Schüler wäre nach einer Sitzung nie wieder gekommen. Doch ich wollte nicht aufgeben und gründete kurzerhand eine Grüne Jugend in meiner Stadt. Mit ein paar Freunden waren wir bald fast mehr Aktive als die Alt-Grünen. So nahm das Ganze seinen Lauf. Mittlerweile bin ich etwa sechs Jahre bei den Grünen und der Grünen Jugend aktiv und bereue meine Entscheidung kein Stück. Es gab viele Auf und Abs, aber die konkreten Erfolge meiner Arbeit und derer meiner Mitstreiter sind unübersehbar. Ein Beispiel: In meiner zweieinhalbjährigen Zeit im Landesvorstand der Grünen Jugend Niedersachsen haben wir es geschafft, die Zahl der Ortsgruppen zu versechsfachen und eine viermal so hohe Mitgliederzahl zu erreichen. Mit dieser Schlagkraft haben wir viele Inhalte in der Partei setzen können und somit Politik direkt mitgestaltet! Jan Philipp "JPA" Albrecht ist 22, studiert an der Universität Bremen Jura. Ursprünglich kommt er aus dem kleinen Wolfenbüttel in Niedersachsen. Seit zwei Jahren ist er im Präsidium des Bundesausschusses tätig und seit einem Jahr Redakteur beim SPUNK. Außerdem ist er Koordinator des Fachforums Demokratie und Recht. |
Ich war 14 Jahre alt. Nach 16 Jahren Kohl und am Abend des rot-grünen Wahlsieges 1998 sagte ich zur meiner Mutter, dass „man doch eigentlich mal was machen muss und nicht immer nur rumsitzen kann.“
Trotzdem hat es noch vier weitere Jahre gedauert, bis auch ich meinen Arsch hoch bekommen habe, um mich aktiv der Politik bei der GRÜNEN JUGEND und Bündnis 90/Die Grünen zu widmen.
Und jetzt, drei Jahre später, nach unzähligen Tagungen, Treffen, Sitzungen, Aktionen, Partys, Frust und einer ganzen Menge Spaß weiß ich, wie wichtig es ist, sich zu beteiligen. Denn unsere Demokratie lebt davon und nur, wenn sich genug Menschen mit ihren Visionen und Meinungen beteiligen, wird das Konstrukt Staat auch lebendig.
Und genau deshalb mache ich Politik bei der GRÜNEN JUGEND! Hier kann ich meine Visionen nicht nur träumen, sondern auch leben. Ich kann mich gegen Castortransporte und Nazis stellen, für die Gleichstellung der Geschlechter und ein gerechtes Bildungssystem kämpfen, und den Leuten klar machen, dass Umweltschutz kein Randthema sein darf, sondern für die Zukunft unerlässlich ist!
Politik wird von Menschen gemacht, Menschen sind wir alle, also Menschen, macht Politik!
Paula ist 21 Jahre alt, kommt aus Berlin und studiert dort Jura. Bei der GRÜNEN JUGEND ist sie Beisitzerin im Bundesvorstand und im Landesvorstand der Grünen Jugend Berlin. Außerdem ist sie im Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg von Bündnis 90/Die Grünen aktiv und wird dort für Direktkandidat Hans-Christian Ströbele Wahlkampf machen.
| Ich mache Politik, weil ich mein Umfeld, meine Kommune, mein Kreis, mein Land und vielleicht auch ein kleines bisschen die Welt verändern will. Ich will mit vielen anderen dafür sorgen, dass die Welt etwas gerechter und auch grüner, also ökologischer wird. Innerhalb von Deutschland sollen Chancen, Bildung und Vermögen besser verteilt werden und für alle zugänglich werden. Es ist ungerecht, dass in einem so reichen Land wie unserem immer noch viele Menschen ausgegrenzt werden. Zwischen den Ländern des Nordens und des Südens soll es ebenfalls einen Ausgleich geben, was jedoch ein sehr langwieriger und schwieriger Prozess ist. Auch hierfür gilt es Politik zu machen und die Menschen zu begeistern und mitzunehmen.
Vier Sätze, die gut widerspiegeln warum man Politik machen soll, sind diese aus dem Lied "Wann" von Rio Reiser: "Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wie, wenn ohne Liebe? Wer, wenn nicht wir?" Tilman Versch, geboren am 19. August 1985, ist Schüler. 2002 ist er zur GRÜNEN JUGEND gekommen und hat kurz danach mit 18 anderen die Grüne Jugend Main-Tauber gegründet. Zwei Jahre später hat die Gruppe ihre Mitgliederzahl mehr als verdreifacht und wächst weiter. Nach zahlreichen Seminaren und Sitzungen arbeitet die Ortsgruppe in diesem Jahr schwerpunktmässig am Thema "ANTIRAssismus" arbeiten, dazu gibt es nicht nur Seminare: ein Konzert gegen Rechts brachte 850 Euro für die Amadeu-Antonio-Stiftung ein. |
Ich mache Politik, weil ich etwas verändern möchte und dazu noch zeigen möchte, dass Politik Spaß machen kann und nicht nur aus alten Männern in grauen Anzügen besteht!
Ich bin neben dem Atomkraftwerk Krümmel aufgewachsen und war schon früh Teil des Widerstandes. Ich möchte, dass auch politisch weniger interessierte Kinder und Jugendliche Möglichkeiten zur Partizpation bekommen. Der Demokratie fehlt in Deutschland ein Element der Mitbestimmung für Minderjährige - daran kann auch ein angedachtes Elternwahlrecht nichts ändern. Außerdem will ich auch alle anderen Ungerechtigkeiten beseitigen und strebe einen (funktionierenden) kommunistischen Staat an.
Hauke Diederich ist 20 und studiert in Tübingen Geographie (ursprünglich aus Schleswig-Holstein). Bei der GRÜNEN JUGEND ist er Delegierter für den Bundesausschuss, Mitgründer des Linken Igels, Mitglied des Bundesvorstandes a.D., er ist Nachrücker in den nordfriesischen Kreistag und in den schleswig-holsteinischen Landtag, er ist ein sympathischer Querkopf den man gerne haben muss und Landesminister in spe :-)
| Ich bin bei den Grünen und der GRÜNEN JUGEND aktiv, weil das die einzige Partei ist, die ernsthaft um den Umweltschutz bemüht ist. Auch wenn inzwischen in manch anderen Parteien Umweltgedanken anklingen, so ist es doch so, dass nur die Grünen es wirklich ernst meinen. Nicht umsonst haben sie sich seit Beginn für Umweltschutz eingesetzt, ohne sich Gedanken zu machen, dass es vielleicht nicht “in” sein könnte. In ihrer unkonventionellen Art haben sie von Anfang an für das Richtige gekämpft, auch wenn sie dafür oft belächelt wurden. Der Spruch “wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt” gilt immer noch und muss auch immer weiter gelten. Wir können die Umwelt nicht behandeln mit dem Gedanken “nach mir die Sintflut”. Wir müssen Sorge tragen, dass auch nachfolgende Generationen ein gesundes Leben führen können. Dazu gehört für mich der Ausstieg aus der Atomenergie und Energiesparen genauso wie auch gentechnik-freie Lebensmittel und sparsamer Umgang mit Flächenverbrauch. Aber natürlich auch der Umstieg vom Auto und dem Flugzeug auf Bahn und öffentliche Verkehrsmittel. Scheinbar weit entfernte Horrorvisionen wie sie zum Beispiel im Film “the day after tomorrow” aufgezeigt werden, sind nicht mehr allzu weit entfernt, wenn wir nicht endlich in unserem Denken und Handeln umsteuern. Erste Anzeichen hierfür gibt es bereits jetzt (Temperaturanstieg, mehr Überschwemmungen,...). Wir müssen was tun! Iris Britta Weible ist Landesvorsitzende der Grünen Jugend Baden-Württemberg und aktiv in der Grünen Jugend Stuttgart. |
Ich mache Politik, weil ich mein Lebensumfeld aktiv mitgestalten möchte und das Gefühl habe, dass vieles verbesserungswürdig ist. Zahlreiche Probleme können nur durch die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolititk auf Bundesebene gelöst werden. Deswegen engagiere ich mich in grünen Gremien, die sich mit diesen Themen befassen: Dem Fachforum Wirtschaft und Soziales der Grünen Jugend, bei den Grünen in der Bundesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen und dem Berliner Arbeitskreis Grundsicherung.
Manuel Emmler, 28, ist Politikwissenschaftler und wohnt in Berlin
| Ich mache Politik, weil ich meinen Teil dazu beitragen möchte, die Menschen und unsere Gesellschaft zu verändern und weil ich mich für die einsetzen will, die selber ihre Stimme nicht erheben können. Ich glaube, es ist die Aufgabe jedes freien Menschen, für die Freiheit und die Rechte der anderen Menschen zu kämpfen. Durch die von uns und unseren Eltern gemachte Umweltzerstörung sehen wir heute beim Sterben der Erde zu. Wir Menschen sind ein Teil der Natur - indem wir sie zerstören, zerstören wir uns selbst. Das Recht auf eine intakte Umwelt ist ein Menschenrecht wie jedes andere auch. Ich hoffe durch mein Engagement mitzuhelfen, damit die nächsten Generationen auch bzw. wieder in einer intakten Umwelt leben können und die wunderschöne Lebensvielfalt unseres Planeten bestaunen können. Selbst wenn ich nicht viel erreichen kann: Die Natur zu schützen und sich für sie einzusetzen lohnt sich um ihrer selbst willen. Ich träume von einer friedlichen, sozial gerechten und toleranten Welt. Und dafür kämpfe ich. Kathrin Henneberger, 18, ist Schülerin in Köln. Bei der Grünen Jugend ist sie Sprecherin der Basisgruppe Köln und Koordinatorin des Fachforums Ökologie. |
Ich mache Politik, weil ich nicht über meinen Kopf andere über mein Leben entscheiden lassen möchte. Ich will selbst mitbestimmen, wie mein Zukunft und die Zukunft unserer Generation aussieht. Wenn wir das anderen überlassen, müssen wir uns nicht wundern, wenn unsere Bedürfnisse weder erkannt noch umgesetzt werden.
Rebecca Rickert ist 22 Jahre alt, wohnt in Saarbrücken und ist Vorsitzende der Grünen Jugend Saar.
| Ich mache Politik, weil ich dazu beitragen möchte, unsere Gesellschaft sozial und nachhaltig auszurichten. Politik eröffnet mir die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung.
Jan M. Stielike, 22, wohnt in Kassel und ist Koordinator des Fachforums Ökologie |
Ich mache Politik, weil es keinen kaltlassen darf, wie unser Land von den Neoliberalen/Neokonservativen ruiniert wird.
Jakob Spanke ist 15 und wohnt in Dillenburg (Hessen). Er ist Sprecher der Grünen Jugend Lahn-Dill, Mitglied des Fachforums Wirtschaft, Delegierter für den Bundesausschuss und er diskutiert ab und zu auf der Debattenliste mit.
| Ich mache Politik, weil ich kann. An einem anderen Ort dieser Welt, zu einem anderen Zeitpunkt, hätte ich diese Möglichkeit vielleicht nicht. Mitbestimmung ist einer der wichtigsten Werte, die es gibt. Mitbestimmung ist die Chance, etwas zu verändern. Für die eigenen Überzeugungen zu kämpfen. Ziele gibt es auf dieser Welt genug. Probleme auch. Und natürlich werden wir nicht alle lösen können. Nicht jetzt, nicht allein, vielleicht manche auch nie. Aber viele auf jeden Fall, wenn wir es gemeinsam tun. Ich stelle mir häufig die Frage: Warum machen so viele Menschen keine Politik? Warum verzichten sie auf das Recht, ihre Meinung zu vertreten? Wenn wir still sind, wenn wir aufhören hinzusehen, uns nicht mehr interessieren, dann schaden wir uns - und niemand anderem. Vielleicht ist es manchmal unbequem, Politik zu machen, manchmal enttäuschend, desillusionierend oder anstrengend. Aber wer nichts tut, der darf sich eines Tages auch nicht wundern, dass die Welt ist, wie sie ist. Katharina Dröge ist 20 Jahre alt, wohnt und studiert in Köln. Sie ist Sprecherin der Grünen Jugend Nordrhein-Westfalen und Koordinatorin des bundesweiten Fachforums Europa & Internationales. |
Ich mache Politik, weil ich nur so dazu beitragen kann, dass auch in Zukunft Bürgerrechte gewahrt bleiben und eine faire Medienpolitik betrieben wird.
Benedikt Wildenhain ist 19 Jahre und wohnt in Essen. Er ist Schatzmeister bei den Jungen Grünen Essen, arbeitete im Fachforum Medien mit und ist aktives Mitglied im Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur.
| Ich mache Politik, weil Demokratie mit Leben gefüllt werden muss. Ihre Wirksamkeit hängt von Bedingungen ab, die sie nicht selbst schaffen kann, das können nur wir tun! In (fast) allen Lebensbereichen spüren wir die Auswirkungen politischer Entscheidungen - und viel zu oft leider nicht so, wie wir uns das vorstellen: Seien es Sozialreformen, die die Beschreibung "sozial" nicht verdienen, ein überteuerter öffentlicher Nahverkehr oder ein Hochhausprojekt, das einen lieb gewonnenen Park verdrängt. Doch aus Ärger muss nicht Frustration werden - dann nämlich nicht, wenn man sich politisch engagiert und mit Gleichgesinnten zusammen aktiv wird. Dazu haben wir glücklicherweise die Möglichkeit, und wer behauptet, demokratische Partizipation hätte sowieso keine Auswirkungen, hat schon verloren - und außerdem Unrecht. Hätte es den Atomausstieg oder die Ablehnung des Irak-Krieges wohl ohne den permanenten Druck von so vielen politisch aktiven Menschen gegeben? Dafür müssen wir weiterkämpfen, und je mehr wir sind, desto mehr können wir erreichen. Wie stellen doch die Ärzte so zutreffend fest: "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!" Jakob Ache ist 20 Jahre alt, kommt aus Berlin, fühlt sich dort noch immer wohl und studiert gerade Politikwissenschaft an der Freien Universität. Er ist seit zwei Jahren in der Grünen Jugend Tempelhof-Schöneberg (Bezirk von Berlin) aktiv, er sitzt im Landesvorstand Berlin und freut sich immer, wenn auf gute Diskussionen wirkungsvolle Aktionen folgen. |
Ich mache Politik, weil ich an der Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitwirken möchte. Nur durch aktive Partizipation ist es in einer Demokratie möglich, die gewählten VertreterInnen zu kontrollieren, dass sie sich auch nach der Wahl dafür einsetzen, wofür sie sich vor der Wahl noch ausgesprchen haben. Ich sehe politische Partizipation sogar als gewisse Pflicht eines jeden Menschen, denn nur so kann gewährleistet werden, dass jeder Mensch auch seine Grundrechte einfordern kann.
Es hakt zwar noch an einigen Ecken und Enden in allen Teilen der Welt, aber ich bin optimistisch und kämpfe auch dafür, dass wir zusammen eine sozial gerechte und ökologisch und ökonomisch nachhaltige Zukunft erreichen können.
Michi Kömm ist 23 Jahre, er ist aktiv bei der Grünen Jugend Bielefeld und als Koordinator des Fachforum Europa & Internationales
| Kurz vor meinem Abitur sagte mein langjähriger Mathe-Lehrer zu mir: "Du Schüler...". Ich darauf perplex: "Ja, Lehrer". Er antwortete ganz ruhig: "Herr Dr. Wutz! Und du nur Schüler, so lange du hier festsitzt." Da saß ich dann, nach diesem abstrusen und im Rückblick fast komischen Wortwechsel, ein lähmendes Gefühl von Ohnmacht und Unmündigkeit in den Knochen. Was geblieben ist aus dieser Zeit, ist vor allem der Wunsch nach Freiheit und unbedingter Selbstbestimmung. Es hat sich genug Energie und Mut in mir angesammelt, um lange Antrieb zu geben, mich politisch einzumischen - und heute die Frage von: "Freiheit wovon" auch als "Freiheit wofür" zu stellen. Das hohe Maß an Liebe und Wertschätzung, das ich schon als ganz Kleine mitbekommen habe - das ist der Grund aus dem ich Politik mache. Für mich ist der Respekt, die Freiheit des anderen und der, den ich fordere für meine Art zu Leben das, wofür es sich jeden Tag wieder lohnt zu kämpfen. Die Freiheit eines Jeden hat als logische Grenze die Freiheit des Anderen und dazwischen liegt für mich der Raum, den Politik gestalten kann - bei Voltair heißt es dazu: "In der Freiheit gibt es zwar Einschränkungen, aber keine Grenzen..." So leicht und so schwer ist für mich der Erste von 100 Gründen, Politik zu machen... Nike Wessel ist 23, wohnt in Berlin und studiert Literaturwissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Sie war Sprecherin der Grünen Jugend Berlin und ist seit dem Bundeskongress in Erfurt Anfang Mai 2005 Sprecherin des Bundesverbandes. |
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