Cancun: Erfolg oder Niederlage?

Dem Klima hilft es nicht!

13.12.2010: Eine Kritik an den Ergebnissen der 16. Klimakonferenz in Cancun/Mexiko.

Die Delegierten verfielen in frenetischen Applaus als Mexikos Außenministerin Patricia Espinoza das Abschlussdokument auf der 16. Klimakonferenz in Cancun vorlegte. Dies verdeutlicht, wie schlecht es um die internationalen Klimaverhandlungen bestellt ist. Im Gegensatz zu Kopenhagen gab es wenigstens ein Dokument, das von den Delegierten beschlossen werden konnte. Ein ähnlicher Rückschlag wie vor einem Jahr hätte die internationale Zusammenarbeit aber auch für Jahre erstarren lassen.

2 Grad sind schon zu viel!

Wie ist das nun vorgelegte Abschlussdokument zu bewerten? Der bolivianische Chefdelegierte Pablo Solon hat recht wenn er sagt: dieser Beschluss bringt nichts. Für diese Worte wurde Solon in der öffentlichen Presse als Querulant und Bremser bezeichnet. Das Gegenteil ist der Fall. Die anderen Staaten, allen voran die USA, China und die EU, sind für das miserable Ergebnis von Cancun verantwortlich. Erst nächstes Jahr in Durban soll über ein verbindliches Abkommen zur Reduktion der Treibhausgase verhandelt werden. Auch die Verpflichtung der Industrieländer, das Kyoto Protokoll über 2012 mit substanziellen Veränderungen weiterzuführen, wurde vertagt. Beschlossen wurde hingegen ein Klimafonds (für den Schutz der Regenwälder und Anpassungsmaßnahmen in den Ländern des Globalen Südens) und die Begrenzung des Klimaanstiegs auf Zwei Grad.

Aber bereits Zwei Grad sind für viele Staaten tödlich. Während man den Klimawandel in Europa noch als ferne Zukunft betrachtet, sind Wüstenbildungen, Überschwemmungen und Verödung an vielen Stellen der Erde bereits der Normalfall. Menschen werden heute aufgrund des Klimawandels dazu gezwungen ihre Heimat zu verlassen, sie verlieren ihre gesamte Existenz und werden der Armut überantwortet. Auch mit dem Beschluss von Cancun ändert sich an dieser Situation nichts.

Für radikalen Klimaschutz!

Dies zeigt: Klimaschutz ist eine soziale Frage und Teil globaler Herrschaftsverhältnisse. Die Industrieländer haben es auch in Cancun geschafft die zentralen Fragen des Klimaschutzes auf das nächste Jahr zu verschieben. Aber auch dort wird nur über Selbstverpflichtungen und vage Kontrollen geredet werden. Radikaler Klimaschutz sieht anders aus und muss von den sozialen und ökologischen Bewegungen eingefordert werden. Seit es die Klimakonferenzen gibt steigt der globale Treibhausgasausstoß rasant an. Es ist Zeit sich nicht nur an den Klimakonferenzen zu orientieren, sondern sofort mit dem Klimaschutz anzufangen: durch 100 Prozent Erneuerbare Energien, den Ausbau des öffentlichen statt des Individualverkehrs, ökologische Produktionsverfahren von Unternehmen und in Fabriken, sowie die Reduzierung des globalen Fleischkonsums. Das wäre die logische Konsequenz aus Cancun.