Meine Aufgaben als UN-Jugenddelegierte

22.09.2005: Anne Spiegel ist eine der beiden deutschen Jugenddelegierten für die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Hier stellt sie sich vor und bietet einen Dialog zu den UN-Themen an.

Anne (zweite von rechts) und Hanna (zweite von links) im Paul-Löbe-Haus des Bundestages

Seit März 2005 sind Hanna und ich nun Jugenddelegierte Deutschlands für die Vereinten Nationen und ich freue mich schon sehr darauf, die Rolle als Jugenddelegierte mit Leben zu füllen!

Ich bin Anne Spiegel, ich bin 24 Jahre alt, wohne in Mainz (Rheinland-Pfalz) und studiere dort Politikwissenschaft im Hauptfach und in den Nebenfächern Philosophie und Psychologie. Ursprünglich komme ich aus Ludwigshafen. Was hat mich dazu gebracht, mich zu engagieren?

Meine Eltern haben mich früher im Kinderwagen über Demos geschoben und das hat mich sicherlich geprägt, mich einzumischen und Mitsprache zu fordern - auch und gerade als junger Mensch! Erstmals engagiert habe ich mich damals in der Schülervertretung und als Schülersprecherin. Bis heute kann ich nicht verstehen, wieso SchülerInnen so wenig Einfluss auf die Gestaltung ihres Schullebens haben - immerhin verbringen sie dort eine Menge Zeit!

Durch die Arbeit in der Schülervertretung bin ich zur Grünen Jugend gekommen. Hier war ich dann drei Jahre im Landesvorstand und knapp zwei Jahre im Bundesvorstand aktiv und habe mich insbesondere im Bereich der Bildungs- und Hochschulpolitik engagiert.

Über den Tellerrand zu schauen, Neues zu entdecken und dadurch spannende und bereichernde Erfahrungen zu machen - das hat mich schon immer gereizt. Als Schülerin war ich im Rahmen eines Austauschs drei Monate in Chile, als Studentin dann für ein halbes Jahr in Spanien und 2004 war ich mit dem Rucksack in Indien unterwegs. Als Jugenddelegierte habe ich mich beworben, weil ich es als eine große Chance sehe, dadurch ein Sprachrohr in Deutschland lebender Jugendlicher zu sein. Ich finde es wichtig, dabei neugierig und mit offenen Augen aufzunehmen, was deutsche Jugendliche denken.

Und was bringt Euch das alles? In den nächsten Monaten wollen Hanna und ich im Rahmen einer Tour durch deutsche Städte herausfinden, welche Meinung Ihr über Partizipationsmöglichkeiten junger Menschen und die Forderungen des Weltaktionsprogramms für die Jugend (WPAY= World Programme of Action for Youth) habt. Darüber wollen wir mit Euch im Rahmen von Podiumsdiskussionen oder anderen Veranstaltungsformen kritisch diskutieren. Unser Ziel ist es, dabei möglichst viele verschiedene Meinungen und Standpunkte mitzubekommen, bevor wir nach New York zur Generalversammlung der Vereinten Nationen aufbrechen. Nach unserem Aufenthalt in New York möchten wir mit Euch in Kontakt treten und Euch von unseren Erfahrungen und Eindrücken berichten. Zugleich versuchen wir, uns mit den anderen europäischen Jugenddelegierten zu vernetzen, um unsere Meinungen und Positionen mit "geballter Kraft" einzubringen. Dabei ist uns klar: Es gibt nicht DEN deutschen Jugendlichen. Wir passen in keine Schublade, denn jede und jeder von uns hat seine ganz individuellen Meinungen und Ansichten. Aber ob weiblich oder männlich, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ob PessimistIn oder OptimistIn, ob Punk oder SkaterIn - vielleicht finden Hanna und ich im Rahmen unserer Tour durch Deutschland ja doch gemeinsame (Zukunfts-)Ängste, Wünsche oder Hoffnungen, die jungen Menschen in Deutschland teilen...

Also, tretet mit uns in Kontakt und lasst uns Eure Meinung wissen!

Bis dann,
Eure Anne

P.S.: Damit ihr einen kleinen Einblick in unsere Arbeit bekommt, findet ihr hier in Stichworten einen Rückblick über die Aktivitäten von Hanna und mir, seit wir im März Jugenddelegierte wurden.

Treffen mit unterschiedlichen AkteurInnen

  • Treffen der europ. Jugenddelegierten in Kopenhagen vom 3.-5.3.
  • Treffen DNK, DGVN, Team Jugenddelegierte & der Grünen Jugend in Berlin vom 30.3.-2.4.
  • Sitzung der DNK-Kommission in Hannover am 2.5.
  • Treffen mit DNK, DGVN und Team Jugenddelegierte, Teilnahme an DGVN-Vorstandssitzung in Berlin am 30.5.
  • Treffen mit Herrn Zöpel und Frau Nolte im Bundestag in Berlin am 17.6.
  • Treffen mit Christian Schmitz (DNK-Vorstand) in Mainz am 30.6.
  • Treffen mit Alfredo Märker (DGVN) in Berlin am 8.7.

Deutschlandtour

  • Seminar UNi-Gruppe in Berlin vom 22.-23.4., ca. 10 TeilnehmerInnen
  • Freiburg: auf Einladung der kommunalen Gruppe "Junges Freiburg/Die Grünen" waren wir am 4.5. bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Jugendpartizipation im Freiburger Jugendkulturzentrum Zzett, ca. 40 TeilnehmerInnen
  • Als Jugenddelegierte auf dem Festival Projekt P in Berlin am 11.6.
  • Podiumsdiskussion zum Thema Jugendpartizipation auf Einladung der UNi-Gruppe in Konstanz am 6.6., ca. 20 TeilnehmerInnen
  • Jugend-Uno-Konferenz mit Workshops zu den Themen Ökologie, Frauen/Mädchen, Jugend in Konflikten und HIV/AIDS der UNi-Gruppe in Berlin vom 17.-18.6., ca. 20 TeilnehmerInnen
  • FSJ-Seminar in Bad Dürkheim am 22.6. über Politikverdrossenheit, ca. 40 TeilnehmerInnen
  • Workshops zu nationaler und globaler Armut der UNi-Gruppe in Dresden am 23.6., ca. 20 TeilnehmerInnen
  • Treffen mit dem Stuttgarter OB, Herrn Schuster, Jugendräten, der UNi-Gruppe Tübingen und der Aktion Völkerrecht in Stuttgart am 13.7., ca. 30 TeilnehmerInnen
  • Anhörung als Jugenddelegierte in der Enquete-Kommission "Jugend&Politik" des Landtags Rheinland-Pfalz in Mainz am 14.7., ca. 50 TeilnehmerInnen
  • Jugendkongress in Darmstadt am 16.7.
  • Teilnahme an einer Pressekonferenz auf dem Weltjugendtag