Schwanz ab zur WM!

16.01.2006: Zu der neuen Vorschrift, die das Erscheinungsbild von BundespolizistInnen zur Fußball-WM vorschreibt, erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

Selbstbestimmtes Leben ist in der Polizei wohl nicht erlaubt. Wenn das äußerliche Erscheinungsbild nun schon vom Arbeitgeber vorgeschrieben wird, dann kann von Freiheit nicht mehr gesprochen werden. In der Vorschrift wird in einer Liste aufgezählt, welche Äußerlichkeiten alle nicht akzeptiert werden. So darf nicht mehr als ein Freundschaftsbändchen ums Handgelenk getragen werden, noch sind Piercings erlaubt. Am schönsten ist, liebe Männer, dass der Schwanz weg muss. Der klassische Lagerfeld-Zopf oder Haare über den Hemdkragen sind laut Vorschrift nun verboten.

Dieser Regulierungswahn ist für die GRÜNE JUGEND nicht akzeptabel. Wenn Schäuble die Gäste aus aller Welt nun schon nicht mit Panzern am Flughafen begrüßen darf, will er zumindest nach preußischer Tugend die PolizistInnen im Einheitsdress haben. Am liebsten wahrscheinlich mit kurzgeschorenem Kopf, was noch angsteinflößender sein würde. In der Polizei soll nun Alternativkultur, soweit man bei Tatoos oder Piercings davon überhaupt noch sprechen darf, zur WM verboten werden.

Im Februar folgt vermutlich noch die Vorschrift, dass in Polizeifahrzeugen nur noch klassische oder volkstümliche Musik laufen darf. Lieber Herr Schäuble, es reicht! Als ob Ihre Wahnsinnsvorstellung zur inneren Sicherheit noch nicht genug sei, schränken Sie auch noch die individuellen Freiheiten der PolizistInnen ein. Die GRÜNE JUGEND fordert umgehend eine Aufhebung dieser Vorschrift. Anstatt unseren Gästen einen deutschen Einheitsbrei vorzusetzen, sollen lieber Trainingskurse für PolizistInnen im Antikonfliktbereich und zur kulturellen Verständigung zur WM ausgebaut werden.

Siehe auch

Münchner Merkur: Polizei sträubt sich gegen Haar-Erlass