Musicflatrate statt Kriminalisierung
08.06.2004:
GRÜNE JUGEND bedauert Urteil gegen jugendlichen Filesharer
Heute wurde erstmals ein deutscher Musikkopierer im Internet zu einer Strafe in Höhe von 8500 Euro verurteilt. Dazu erklärt Stephan Schilling, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:
"Wir bedauern das Urteil sehr und kritisieren das Vorgehen der Musikindustrie. Die GRÜNE JUGEND spricht sich für die Legalisierung von Filesharing aus, und fordert eine Musicflatrate (pauschale Onlinevergütung), mit der das freie Kopieren von Musik legalisiert wird und trotzdem die KünstlerInnen und Musikindustrie fair vergütet werden. Dieses Konzept einer pauschalen Abgabe auf Medien, die zum Kopieren von Musik geeignet sind, hat sich bereits bei Leer-CDs und CD-Brennern bewährt. Eine Übertragung dieser Idee auf die digitale Welt wäre konsequent, würde die Interessen von KünstlerInnen, VerwerterInnen und VerbraucherInnen zusammenbringen und damit die Verfolgung von Millionen FilesharerInnen ersparen."
Zum Vorgehen der Musikindisutrie erklärt Schilling weiter: "Die Musikwirtschaft hat den Beginn des Internetzeitalters verschlafen und sieht sich nun im Hintertreffen. Sie ist nicht einmal in der Lage eine funktionierende Internetvertriebsplattform zu entwickeln, und setzt stattdessen lieber darauf junge Menschen zu verklagen. Statt die NutzerInnen von Musiktauschbörsen zu kriminalisieren, muss sie sich überlegen, wie sie die Chancen des Internet nutzen will."