"Volksseuche Cannabis" Zeichen einer gescheiterten repressiven Drogenpolitik

27.06.2004: Zu der am Montag erscheinenden Spiegel-Titelgeschichte "Die Seuche Cannabis" erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

Jugendschutz kommt in Deutschland zu kurz. "Junge Wracks werden als Kollateralschaden einer liberalen Gesellschaft in Kauf genommen" so "Der Spiegel" (28.06.04). Schuld an jugendlichen DrogenkonsumentInnen ist nicht, wie "Der Spiegel" vermittelt, ein liberaler, sondern ein von Ideologie geprägter Umgang mit Drogen.

Die beschriebenen Fälle ereigneten sich laut "Der Spiegel" hier in Deutschland, wo auf Verbote und Kriminalisierung gesetzt wird. 12-Jährige dürften nach Gesetz weder Rauchen, noch Alkohol trinken, noch Kiffen. Verbote allein greifen nicht. "Der Spiegel" liefert Beispiele, wo deutsche Drogenpolitik gescheitert ist.

Das Problem allein auf Cannabis zu fokussieren, kommt Hetze gleich. Während über die "Seuche Cannabis" gehetzt wird, fordert der Kanzler "Hol mir noch ne Flasche Bier"; der bayerische Ministerpräsident lässt sich jährlich von tausenden Alkoholleichen beim Politischen Aschermittwoch feiern. Gleichzeitig ist für 12-Jährige der Zugang zu Alkopops und harten Alkoholika im Supermarkt und Zigaretten aus dem Automaten Normalität.

Der GRÜNEN JUGEND geht es in erster Linie weder um mehr Verbote noch allein um einen liberaleren Umgang mit Cannabis, sondern um eine ehrliche, konsequente Drogenpolitik. "Drogen sind schlecht" reicht nicht als Antwort für Jugendliche und Kinder.

Die GRÜNE JUGEND fordert seit Jahren eine aufgeklärte Drogenpolitik und umfassenden Jugendschutz. Dringend umzusetzen sind:- ein umfassendes Werbeverbot für Alkohol und Nikotin. - Verkauf von Drogen (Alkohol, Nikotin, Cannabis) nur noch in Drogenfachgeschäften unter strenger Umsetzung des Jugendschutzes, von medizinisch und psychologisch ausgebildeten Fachkräften.- Gesundheits- & Drogenunterricht an Schulen mit dem Ziel mündiger KonsumentInnen und verantwortungsvollem Umgang mit Drogen.- Hilfe statt Strafe

Deutschland braucht eine glaubwürdige Drogenpolitik, damit Kinder und Jugendliche Verbote ernst nehmen. Die Doppelmoral bei Alkohol und Cannabis zu beenden ist überfällig!

Wir fordern eine ehrliche Debatte über Drogenpolitik. Der Spiegel hat mit seiner aktuellen Titelgeschichte nicht dazu beigetragen.