Jan Philipp Albrecht, Sprecher der GRÜNEN JUGEND

Huber und Niebel verharmlosen Atommüllproblem!

04.08.2008: Zu den Äußerungen von CSU-Chef Erwin Huber und FDP-Generalsekretär Dirk Niebel in der Debatte um längere Laufzeiten von Atomkraftwerken erklärt GRÜNE JUGEND-Sprecher Jan Philipp Albrecht:

"Union und FDP versuchen den Menschen ein Lügenmärchen vom sicheren Atommüllendlager aufzutischen, dass jeglicher Realität entbehrt. Das von Huber herbeigeredete Endlager Gorleben entspricht nachweislich nicht den Kriterien, die die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe für die Eignung von Salzstöcken als Endlager formuliert hat. Angesichts der dramatisch gescheiterten Lagerungsversuche für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll in den Salzstöcken von Morsleben und Asse II ist es fast wahnwitzig, nun ein Endlager für hochradioaktiven Abfall im Salzbergwerk von Gorleben zu errichten. Vielmehr müsste klar sein, dass ein sicheres Atommüllendlager auf absehbare Zeit nicht in Sicht ist.

Auch der Vorschlag Dirk Niebels, den weltweiten Atommüll einfach in Russland einzulagern, scheint eher ein schlechter Scherz zu sein. Wer verkennt, dass es sich um riesige Mengen an atomwaffenfähigem Material handelt, wird nicht im Traum auf die Idee kommen, es zentral in Staaten wie Russland zu lagern. Darüber hinaus ist es schlichtweg kurzsichtig und geradezu nationalistisch, den hier produzierten und hochgefährlichen Atommüll in Gebiete zu schicken, wo die Menschen weniger Möglichkeiten haben, sich zu wehren und Sicherheitsstandards einzufordern. Niebel wie auch Huber täten gut daran, sich erstmal mit den tatsächlichen Gefahren des Atommülls auseinanderzusetzen, bevor sie populistischen Wahlkampf für die Atomlobby betreiben.

Die GRÜNE JUGEND wird jedenfalls klar gegen diese Politik der Verharmlosung der Atomkraft angehen und dazu auch den im Herbst wieder nach Gorleben rollenden Castor-Transport nutzen. Zur Vorbereitung laden wir alle Menschen und Organisationen der Anti-Atom-Bewegung zu einem Strategietreffen am 16. August nach Lüneburg ein. Den Befürwortern eines Ausstiegs aus dem Ausstieg sollte klar sein, dass ihnen schwere Zeiten bevorstehen - es gibt eine gesellschaftliche Mehrheit gegen die Atomkraft und zwar aus gutem Grund."

Zugehörige Galerien:
Demo gegen Atomforum

Personen:

Fachforen: