Studiengebühren sind ungerecht und fördern die soziale Selektion!

10.11.2004: Zu den Ergebnissen der heutigen mündlichen Verhandlung vor dem Karlsruher Bundesverfassungsgericht erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

"Die Klage mehrerer unionsgeführter Länder, die eine Verletzung ihrer Gesetzgebungszuständigkeit durch die im Hochschulrahmengesetz (HRG) festgeschriebene Ablehnung von finanziellen Aufwendungen im Erststudium sehen, wird von uns jungen Menschen mit großem Interesse verfolgt. Der wahre Grund für die Klage scheint uns das Bestreben der unionsgeführten Länder zu sein, endlich Studiengebühren, gerne bereits in schwindelerregender Höhe ab dem ersten Semester, in ihren Bundesländern einführen zu können.

Würde den sechs klagenden unionsgeführten Ländern Recht gegeben, so wäre ein gebührenfreies Erststudium nicht mehr gesichert. Wir sehen eine große Gefahr in den Überlegungen, Studiengebühren einzuführen und somit die leider bereits bestehende soziale Selektion in unserem Bildungssystem weiter zu verschärfen.

Eine gerechte Verteilung von Bildungschancen ist die entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungspolitik. Die Einführung von Studiengebühren wirkt jedoch den Bemühungen um Chancengleichheit und Zugangsgerechtigkeit entgegen und wird daher von uns entschieden abgelehnt.

Die GRÜNE JUGEND wird sich auch weiterhin lautstark und offensiv gegen die Einführung von Kontenmodellen und verdeckten oder offenen Studiengebühren einsetzen!"