Transparenz statt Prohibition - VerbraucherInnenschutz stärken!
17.05.2005: Zur aktuellen Ankündigung von Renate Künast, dass TabakherstellerInnen die Zusatzstoffe von Zigaretten offen legen müssen, erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:
"Wir begrüßen diesen längst überfälligen Schritt in Richtung mehr Transparenz für VerbraucherInnen! Es ist der richtige Weg, dass sich RaucherInnen in Zukunft selbst genau informieren können, was denn in ihrem "Glimmstengel" enthalten ist.
Es ist erstrebenswert, dass das Produkt Tabak in Zukunft einem "Reinheitsgebot" unterliegen wird. Dass es bisher möglich war, Zigaretten Stoffe zuzusetzen, die die Tabaksucht direkt verstärken, ist ein Skandal! Es ist gut und richtig, dass das VerbraucherInnenschutzministerium Schritte unternommen hat, diesen Misstand endlich zu beenden. Die GRÜNE JUGEND fordert deswegen, die Zusatzstoffe nicht nur offenzulegen, sondern direkt suchterzeugende Zusatzstoffe zu verbieten, so wie es das Ministerium plant.
Die aktuellen Forderungen der CDU und CSU, Zigaretten in Deutschland zu verbieten, machen deutlich, was unter Schwarz-Gelb droht: Staatliche verordneter Lebenswandel statt freier Selbstentfaltung. Wem als Antwort auf Suchtprobleme nur obrigkeitsstaatliche Verbote einfallen, der muss sich fragen lassen: Wird nun bald auch Alkoholtrinken strafbar?
Die GRÜNE JUGEND setzt sich statt dessen auch weiterhin für eine Drogenpolitik der Transparenz und der Aufklärung ein. Mündige VerbraucherInnen können selbst entscheiden, was sie ihrem Körper zuführen möchten und was nicht. Deswegen bewerten wir die Offenlegung der Tabak-Zusatzstoffe als einen Schritt in die richtige Richtung - hin zu einer neuen Drogenpolitik.
Rot-Grün muss endlich eine Wende hin zu einer Drogenpolitik wagen, die auf Legalisierung, Aufklärung und Transparenz setzt, statt sich an den Wünschen der Industrie zu orientieren. Vorschläge dazu hat die GRÜNE JUGEND vielfach gemacht. Auf einer kommenden Fachtagung werden wir diese weiterentwickeln: Unser Konzept wird eine kontrollierte Abgabe aller Drogen in so genannten "Drogenfachgeschäften" vorsehen. Zigarettenautomaten beispielsweise wird es nach den Vorstellungen der GRÜNEN JUGEND nicht mehr geben."
Tabak-Zusatzstoffe-Liste des Künast-Ministeriums