GRÜNE JUGEND gegen Netz-Zensur

03.02.2003: Die GRÜNE JUGEND lehnt zentrale Sperrungen von Internetseiten, wie sie derzeit in Nordrhein-Westfalen in aller Munde sind, generell ab.

Die gezielte Blockierung von bestimmten Web-Sites kann auch den Zugang zu rechtmäßigen Inhalten sperren und ist technisch und demokratisch schwer zu kontrollieren. „Wir sehen eine akute Gefährdung für offene und transparente Kommunikations-Strukturen, Informations- und Meinungsfreiheit und somit auch für die demokratische Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft,“, so Markus Beckedahl, für den Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND.

Anlass für die Verfügung aus NRW, einzelne Webseiten zu sperren, sind meist amerikanische Nazi-Seiten, die von den Befürwortern der Sperrungsmaßnahmen als volksverhetzend und gefährdend für Kinder und Jugendliche eingestuft werden „Wir verstehen die Angst, die zu solchen Verfügungen führt, warnen aber vor blindem Aktionismus. Wir fordern bessere Programme im Kampf gegen Rechts, um das Problem bei der Wurzel zu packen und nicht nur die Symptome zu behandeln.“

Die GRÜNE JUGEND ist entschieden gegen Zensur und setzt statt dessen auf die Entwicklung von mehr Medienkompetenz und Selbstkontrolle. „Eltern muss die Möglichkeit nutzerInnenseitiger Filtersysteme näher gebracht werden An den Schulen muss durch die Lehrinhalte deutlich werden, dass es wichtig ist, Internet-Angebote genauso kritisch zu betrachten wie jede Zeitung,“ so Beckedahl weiter.