Europäische Softwareindustrie gerettet
06.07.2005: Das europäische Parlament hat sich heute mit großer Mehrheit gegen die Legalisierung von Softwarepatenten in Europa ausgesprochen. Dies nimmt die GRÜNE JUGEND mit großer Freude auf. Der Bundesvorstand teilt dazu mit:
Das Europäische Parlament hat heute einen Super-GAU für die europäische Wirtschaft verhindert. Eine Entscheidung für Softwarepatente wäre vor allem trans-kontinentalen Großkonzernen nützlich gewesen. Kleine und mittelständische Softwareunternehmen in Europa hingegen hätten von einer Legalisierung von Softwarepatenten nicht profitiert.
Denn von Softwarepatenten kann nur profitieren, wer es sich leisten kann, eine große Rechtsabteilung zu unterhalten. In den USA ist das schon heute bittere Realität: SchöpferInnen von Software müssen sich absichern, denn niemand kann ohne juristischen Beistand sicher stellen, dass sein Programmier-Werk nicht ein ihm bislang unbekanntes Patent verletzt. Der Aufwand für diese juristische Absicherung ist so enorm, dass eine solche nur von großen Firmen geschultert werden kann.
Für die sich entwickelnde globale Wissensgesellschaft ist die Entscheidung gegen Softwarepatente in Europa eine Rettung: Denn Wissen kann nur aus Wissen wachsen. Softwarepatente sorgen dafür, dass mehr und mehr Wissen privatisiert wird, den SchöpferInnen neuen Wissens wird die Möglichkeit genommen, auf altem Wissen - und natürlich ist auch Software eine Form von Wissen! - aufzubauen. Somit gefährden Softwarepatente nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Wissenschaft.
Angesichts der Tatsache, dass zehntausende Applikationen wie beispielsweise der Fortschrittsbalken längst patentiert sind, kann man sich vorstellen, welche Fesseln den SchöpferInnen von Software aller Art bei einer Legalisierung von Softwarepatenten angelegt sein würden. Die GRÜNE JUGEND wird auch weiterhin wachsam sein, wenn LobbyistInnen für Softwarepatente erneute Versuche unternehmen, diese in Europa legalisieren zu lassen.