Sieger auf Kosten der Schwachen
14.07.2005: Bayern ist kein Vorbild für die Bildungspolitik! Zur heute vorgestellten neuen PISA-Studie von der Kultusministerkonferenz, erklärt Stephan Schilling, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:
"Bayern geht zwar als angeblicher Sieger aus dem neuen PISA-Bundesländervergleich hervor. Aber zu welchen Kosten? Bayern holt seine teils guten Ergebnisse auf dem Rücken der Schwachen - extrem hohe Raten von jungen Menschen ohne Abschluss, miserable Ergebnisse bei der Integration von jungen MigrantInnen sind die andere Seite der Medaille, die Stoiber und Co in Kauf nehmen. Eine solche Bildungspolitik lehnen wir ab, sie ist auch kein Vorbild! Der Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft abhängen, wie es im deutschen Bildungssystem und insbesondere in Bayern der Fall ist. Wir wollen ein Bildungssystem, das keinen Menschen fallen lässt und allen Chancen eröffnet.
In der Wissensgesellschaft ist Bildung der Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit! Deshalb fordern wir die Abschaffung des Dreigliedrigen Schulsystems, um Chancengleichheit in Deutschland endlich zu verwirklichen. Wir brauchen auch sonst eine ehrliche Debatte um unser Bildungssystem. PISA allein wird uns dabei nicht weiter bringen, da die Studie nicht umfassend die Qualität des Bildungssystem in den einzelnen Bundesländern beschreibt, sondern ausschließlich darauf eingeht, wie gut die SchülerInnen auf ihr Berufleben vorbereitet sind. Neben mehr Geld für Bildung - vom Kindergarten bis zur Hochschule - muss das deutsche Bildungssystem revolutioniert werden: Hier fordert die GRÜNE JUGEND unter anderem individuelle Förderung, ein Ganztagsangebot, mehr Autonomie für die Schulen vor Ort, sowie eine stärkere Partizipation der SchülerInnen."