Der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND

PM: Tabus aufbrechen! Wo bleibt der Staat im Kampf gegen häusliche Gewalt?

24.11.2011: Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

Gewalt hat viele Formen und ist Teil der Lebensrealität vieler Frauen. Jede vierte Frau über 16 Jahren hat in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt erfahren. Dieses Phänomen ist unabhängig von sozialer Herkunft, Bildung, Alter oder Wohnort.

Häusliche Gewalt ist häufig immer noch ein Tabuthema. Viele Frauen trauen sich nicht, über Gewalterfahrungen zu berichten oder diese gar anzuzeigen. Die GRÜNE JUGEND setzt sich dafür ein, dass häusliche Gewalt auf der politischen Agenda steht, aber auch in Schulen, Erziehungseinrichtungen und Krankenhäusern immer wieder thematisiert wird, um mehr Bewusstsein zu schaffen. Viele Frauen, die körperliche Übergriffe melden wollen, stoßen auf überforderte PolizeibeamtInnen und unsensible Gerichte. Wir fordern eine bessere Ausbildung und Sensibilisierung der StaatsvertreterInnen im Umgang mit betroffenen Frauen.

Frauenhäuser sind für viele Frauen der Rettungsanker in der Not. Die GRÜNE JUGEND sieht die Bundesregierung in der Pflicht, ausreichend Infrastruktur zur Verfügung zu stellen um betroffenen Frauen die nötigen Schutzräume zu garantieren. Es ist bis heute nicht gelungen, ein ausreichendes Angebot an Frauenhäusern und Beratungsstellen zu schaffen. Ministerin Schröder will Frauenministerin sein, doch für die wichtigen Belange von Frauen interessierte sie sich bisher nicht.

Um Frauen langfristig zu stärken, muss auch die wirtschaftliche Schieflage zwischen den Geschlechtern bekämpft werden. Wo Frauen ökonmisch unabhängig sind, erfahren sie weniger Gewalt und können sich besser dagegen wehren. Die Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, im Steuerrecht und den Sozialversicherungen muß ein Ende haben.