"Bahn unterm Hammer"

12.03.2008: Herdolor Lorenz und Leslie Franke haben mit ihrem Film einen kritischen Beitrag zur Bahnprivatisierung geliefert. Eine Rezension von Gesine Agena.

Wenn Ihr Euch über die geplante Bahnprivatisierung umfassend informieren wollt, schaut Euch den Film "Bahn unterm Hammer" von Herdolor Lorenz und Leslie Franke an. In 72 Minuten lassen die Regisseure viele verschiedene Experten, Wirtschaftswissenschaftler, Kommunalpolitiker, Bahnangestellte, Unternehmer, Bürger und Umweltaktivisten zu Wort kommen, die ihre persönlichen Bedenken am Vorhaben von Politikern und Bahn äußern.

So wird zum Beispiel berichtet über die gescheiterte Bahnprivatisierung in England und das positive Beispiel der Bürgerbahn der Schweiz. Es werden Bilder gezeigt von stillgelegten Bahnhöfen in den ländlichen Regionen Deutschlands, deren Netzanbindung sich für profitorientierte Aktionäre nicht mehr lohnt, während Spitzenpolitiker und Bahnvorstand begeistert über neue Schnellstrecken zwischen den großen Städten München und Nürnberg sind. Das Beispiel Schweiz zeigt, wie ein funktionierendes und durchdachtes Bahnsystem der Bevölkerung eine gute Alternative zum Auto bietet. In England dagegen ist mit der Bahnprivatisierung das Gemeingut Öffentlicher Verkehr den Bach runter gegangen: Unfälle, Verspätungen und völlig überfüllte Züge sind keine Seltenheiten mehr.

"Bahn unterm Hammer" macht sehr gut deutlich, dass der Unterwertverkauf der Deutschen Bahn widersinnig ist, betrachtet man die Auswirkungen mit Weitsicht: Was sich für die zukünftigen Investoren lohnt, sind nicht niedrige Preise, die Menschen dazu bringen, auf das Auto zu verzichten, die Verkehrsanbindung der ländlichen Regionen und kleinen Städte oder eine kostenintensive aber notwendige Wartung der Schienen und Züge. Was sich für Aktionäre lohnt sind hohe Preise, Kosteneinsparungen durch Minimierung der Wartungs- und Reparaturarbeiten und modernste Schnellzüge, die in kurzer Zeit für horrende Summen weite Strecken zwischen Großstädten zurücklegen. Bahnprivatisierung bedeutet laut den Autoren von "Bahn unterm Hammer" langfristig schreckliche Folgen für Verkehrssicherheit und -anbindung, Preise, den Service und für die Umwelt.

Gesine Agena ist derzeit Praktikantin in der Bundesgeschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND.

Achtung: Datendiebstahl

Eine unbekannte Person oder Personengruppe hat sich durch den kriminellen Zugriff auf die Mailverwaltung der GRÜNEN JUGEND alle Emails der Bundesgeschäftsstelle und einiger Vorstandsmitglieder seit März 2011 an eine Emailadresse im Ausland weiterleiten lassen. Wir wissen nicht, wer hinter diesem Datendiebstahl steckt oder mit welcher Intention er durchgeführt wurde. Die Emails wurden samt Text, Anhang und Signaturen weitergeleitet.

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