Senkung der durch REACH notwendigen Tierversuche
13.11.2005: Beschlossen auf dem Bundeskongress vom 11. bis 13. November in Koblenz.
Am 17. November 2005 wird das EU-Parlament über die Einführung des REACH-System (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals - Registrierung, Bewertung und Zulassung chemischer Stoffe) entscheiden. Das Ziel, den Verbraucher vor Gesundheitsschäden durch wenig erforschte Stoffe zu schützen unterstützten wir selbstverständlich. Die ursprüngliche Richtlinie verlangt aber zuviele Tierversuche (das Bundesinstitut für Risikobewertung geht von bis zu 45 Mio Versuchen in den nächsten 15 Jahren aus). Tierversuche sind aber bis heute höchst umstritten, die Reaktion eines Menschen auf eine Chemikalie ist häufig vollkommen unterschiedlich von der eines Tieres, daher können Tierversuche keine zuverlässigen Risikoanalysen liefern. Alternativen existieren aber: Durch Computersimulationen und in-vitro-Versuche können Analysen geliefert werden, die eine Risokoabschätzung auf den Menschen bezogen ermöglichen. Statt mit Gesetzen Tierversuche zu verlangen und damit die Praxis des letzten Jahrtausends fortzuführen, sollte die Forschung an den Alternativen vorangetrieben werden. Außerdem ist die Ausweitung von Tierversuchen nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar: "Der Staat schützt [...] die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung [...]." (§20 GG)
Wir fordern daher die Annahme der Änderungsanträge, die das Umweltkomitee des europäischen Parlamentes vorgelegt hat und die eine Senkung der nötigen Tierversuche auf etwa ein Fünftel sowie eine Förderung moderner Alternativen bedeuten würde.