Mit den Betroffenen auseinandersetzen
29.10.2009: Beschlossen auf dem 33. Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND vom 16.-18. Oktober 2009 in Weimar
Wir wollen keine Anträge über die Köpfe von Betroffenen hinweg beschließen. Auch beim Thema Prostitution gilt für uns der Grundsatz: Wir reden mit Betroffenen, machen uns selbst ein Bild von der Situation und fällen dann unseren Beschluss. Der offene Brief von Hydra e.V., einer Interessenvertretung für Prostituierte hat gezeigt, dass wir uns noch tiefergehender mit dem Thema beschäftigen sollten. Die beiden Anträge, die zu diesem Thema auf dem Bundeskongress eingereicht worden sind, wurden nach gründlicher Diskussion formuliert und spiegeln zwei unterschiedliche Positionen innerhalb der Debatte um Prostitution wider. Um diese kontroverse Thematik noch breiter diskutieren zu können, bedarf es weiterer – zu den bereits unternommenen – Anstrengungen im Bereich der Bildungsarbeit. Allerdings erkennen wir an, dass grundsätzlich unterschiedliche Analysen des Phänomens möglich sind und respektieren diese. Gerne nehmen wir deshalb das Gesprächsangebot von Hydra e.V. an, wollen uns zudem allerdings auch mit anderen Akteuren auseinandersetzen.
Wir fordern den Bundesvorstand auf, gemeinsam mit den sich zugehörig fühlenden Fachforen und unter Einbindung von Hydra e.V. und anderen Interessenorganisationen von Prostituierten sowie feministischen Verbänden ein Seminar zu organisieren, dass einen Austausch ermöglicht und einen differenzierten Antrag sowie eine fundierte Diskussion auf dem nächsten Bundeskongress ermöglicht. Die Ergebnisse der Diskussionen von diesem Seminar sollen dann in die inhaltlichen Auseinandersetzungen auf einem Bundesausschuss vor dem nächsten Bundeskongress einfließen.