Wo Öko draufsteht, muss auch Öko drin sein!

13.05.2006: Beschluss der GRÜNEN JUGEND auf dem Kongress in Jena zur geplanten Aufweichung des Bio-Siegels durch die Europäische Kommission.

Die GRÜNE JUGEND kritisiert die von der Europäischen Kommission geplante Aufweichung der Richtlinien für das BIO-Siegel scharf. Die ökologischen Standards des BIO-Siegels dürfen nicht aufgeweicht oder verwässert werden. Selbst der Bundesrat fordert in einer Initiative die EU-Standards im BIO-Bereich beizubehalten. Das BIO-Siegel ist für viele KundInnen eine Möglichkeit sich ohne großes Vorwissen für gesunde und ökologische Bioprodukte entscheiden zu können. Das sechseckige BIO-Siegel hat stark mit dazu beigetragen, dass der BIO-Sektor in der Europäischen Union, vor allem aber in Deutschland, boomt. Der Boom führt sogar soweit, dass eigentlich heimisches Gemüse nach Deutschland importiert werden muss, damit der Bio-Bedarf an diesem Gemüse hier gedeckt werden kann.

Gerade wegen dieser Erfolge muss gelten: KundInnen müssen sich auch in Zukunft weiterhin sicher sein können, dass bei BIO auch wirklich biologisch produzierte Nahrungsmittel enthalten ist. Die Standards des BIO-Siegels (Vermeidung von giftigen Chemikalien und Gentechnik, weniger Tierquälerei, eine kompromisslose Qualitätskontrolle, usw.) müssen unbedingt erhalten bleiben. Eine Senkung der Qualitätsansprüche könnte dem Missbrauch Tür und Tor öffnen. "Bioskandale" wären nur eine Frage der Zeit. Das zerstört das Vertrauen in ökologisch hergestellte Produkte und würde die Vernichtung von hochwertigen Arbeitsplätzen in Landwirtschaft und Einzelhandel, vor allem in den ländlichen Räumen, bedeuten.

Den Ausschluss der Bioverbände aus den Beratungen um die Reform der EU-Öko-Verordnung sehen wir ebenfalls sehr kritisch. Wir fordern die EU auf, die Ökoverbände an den Beratungen teilnehmen zu lassen und, wie es früher bereits der Fall war, ihre Interessen anzuhören. Ebenso müssen die Interessen der VerbraucherInnen berücksichtigt werden.

Die GRÜNE JUGEND stellt sich nicht gegen den vermehrten Verkauf von BIO-Lebensmitteln in Supermärkten oder bei Discountern. Jedoch: BIO und Geiz-ist-Geil vertragen sich nicht. Wir glauben aber, dass ökologische Produkte sich mit der Zeit durchsetzen werden. Zudem müssen außer dem BIO-Siegel auch Informationen über die Herkunftsregion des Produktes, klar für die VerbraucherInnen gekennzeichnet sein. Die VerbraucherInnen bekommen dadurch die Gelegenheit, sich direkt für BIO-Produkte aus der näheren Umgebung entscheiden zu können.

Mehr Infos: www.bio-siegel.de

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