Homophobie im Sport beseitigen

13.05.2006: Beschluss der GRÜNEN JUGEND auf dem Kongress in Jena.

Der Sport stellt einen der wichtigsten Lebensbereiche dar. Egal ob im Verein oder individuell - für viele Menschen gibt es zu durch sportliche Aktivität vermittelten Spaß, körperlichen Wohlbefinden, Gruppenerlebnisse oder sonstige flankierende Freizeitgestaltung keine Alternative. Das zeigt schon allein, dass der Deutsche Sportbund mit 27 Millionen Mitgliedern die größte Personenorganisation der Bundesrepublik ist. Der integrative Charakter, den Breitensport und Funsport aber auch Leistungssport entfalten kann, ist in einem funktionierenden Gemeinwesen unersetzlich. Sport ist deshalb auch für die GRÜNE JUGEND förderungswürdig.

Jedoch wird die Integrationsleistung vieler engagierter haupt- und ehrenamtlich im Sport tätigen durch strukturelle Missstände in Frage gestellt. Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transidenten wird es vielerorts schwer gemacht, sich in Vereinszusammenhängen zu outen. Offene Ablehnung bis zu Gewalterfahrungen sind die Folge. Homosexualität ist im Sport nicht sichtbar. Insbesondere im Hochleistungssport - etwa Fußball - wäre das Konfliktpotential erheblich und würde das Aus für manche Karriere bedeuten. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass im Frauen- und Herrenfußball, in anderen Mannschaften- oder Einzelsportarten Lesben und Schwule genau so repräsentiert sind wie in der übrigen Gesellschaft. Es wird Zeit, das sichtbar zu machen und über diesen "Hebel" die in Fankultur und Sportbürokratie verankerte Homophobie aufzubrechen.

Die GRÜNE JUGEND fordert den Deutschen Sportbund und die angehörigen Dachverbände des Sports auf, sich des Themas Homosexualität anzunehmen. Erforderlich ist eine umfassende Aufklärungskampagne. Denkbar wäre es, die Botschaften dieser Kampagne über PatInnen aus dem Spitzensport zu transportieren, die sowohl hetero- als auch homosexuell sind. Ziel muss es sein, deutlich zu machen, dass jede und jeder im Sport seinen Platz hat und Leistungen, Spaß und Prävention nicht davon abhängig sind, welche Sexualität er/sie lebt.

Darüber hält die GRÜNE JUGEND für notwendig, Sport und Jugendhilfe in den Kommunen so zu verzahnen, dass jeder und jedem Jugendlichen das umfassende Beratungsangebot vor Ort deutlich wird und sie/er sich wohnortnah zu Fragen von Sexualität und Coming Out, zu Konfliktbewältigung und Gewaltprävention beraten lassen kann. Wir wollen eine offene Gesellschaft der Akzeptanz aller Lebensweisen - auch im Sport.