Bis zum letzten Atemzug!
29.10.2009: Beschlossen auf dem 33. Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND vom 16.-18. Oktober 2009 in Weimar
Auf der Klimakonferenz in wenigen Wochen in Kopenhagen wird sich das Schicksal unseres blauen Planeten entscheiden. Die GRÜNE JUGEND kämpft bis zum letzten Atemzug für ein konsequentes neues Klimaabkommen. Wir sind ein Teil einer großen internationalen Klimaschutzbewegung. Wir senden mit den europäischen Junggrünen (FYEG) Delegierte in die Konferenz um direkteren Einfluss zu nehmen. Wir machen auf den Straßen Remmidemmi und schrecken auch nicht davor zurück, Mitteln des zivilen Ungehorsams einzusetzen um die Konferenz zu blockieren.
Klimapolitik ist weit mehr als allein die Reduktion von Treibhausgasen. Die Menschen der Erde haben ein Recht auf einen lebenswerten Planeten. Nur eine funktionierende Atmosphäre kann ein Leben in Würde garantieren. Es geht in Kopenhagen um die Frage der globalen Gerechtigkeit und der internationalen Krisenprävention. Klimapolitik ist aktive Friedenspolitik.
Wir erwarten von den Verhandelnden und insbesondere von der Bundesregierung, dass sie sich für ein starkes Klimaschutzabkommen einsetzt, das endlich Klimagerechtigkeit herstellt.
Unabdingbar sind dabei folgende Punkte:
- Die Industrieländer müssen bis 2020 mindestens 40 % und bis 2050 mindestens 90 % der Emissionen im Vergleich zu 1990 reduzieren. Um das Zwei-Grad-Ziel überhaupt noch zu erreichen, müssen weltweit bis 2050 die Klimagase um 80 % im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Der globale CO2-Ausstoß pro Kopf muss sich angleichen.
- Das Recht auf Entwicklung der Schwellen- und Entwicklungsländer muss im Zentrum des Klimaschutzes stehen. Das bedeutet auch eine neue ökologisch nachhaltige und sozial faire Weltwirtschaft.
- Jeder Mensch hat das gleiche Recht Treibhausgase zu verursachen, aber nur soviel, wie es der Atmosphäre und damit seinen Mitmenschen und der Umwelt nicht schadet. Deswegen wollen wir einen internationalen Emissionshandel ausgerichtet am Pro Kopf- Emissionsrecht aufbauen. Die Zertifikate werden den Ländern der Bevölkerungszahl entsprechend gegeben. Diese werden dann national an die Industrie und Wirtschaft versteigert. Auch ein internationaler Handel ist möglich, jedoch mit scharfen Auflagen. Das bedeutet, dass die Industrieländer sich nicht mit den Zertifikaten der Entwicklungsländer freikaufen dürfen.
- Die Klimabank
Von den Industrieländern müssen ausreichend Mittel bereit gestellt werden um Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungs- und Schwellenländern gezielt zu finanzieren. Wir unterstützen die Einsetzung eines globalen Klimaschutzfonds (“Climate Change Mitigation Facility" – CCMF) der die jährlich bereitgestellten Mittel und die international gehandelte Emissionszertifikate verwaltet und kontrolliert. - Fairer Technologietransfer
Das Klima hat nur eine Chance wenn Wissen und Technologie überall dorthin kommen, wo es gebraucht wird. Beim Technologietransfer müssen insbesondere dezentrale und regionale Ansätze gefördert werden. Bei den Anpassungsstrategien muss in erster Linie auf naturnahe, naturverträgliche Maßnehmen gesetzt werden. Patente sollen eigentlich Innovationen rentabel machen - häufig blockieren sie aber eine gerechte Verteilung selbiger. Die Klimabank sollte besonders günstig Patente auf Klimatechnologien aufkaufen können um sie dann dem Globalen Süden und vor allem den ärmsten Staaten kostengünstigst zur Verfügung zu stellen. Patente die aus öffentlich (teil-)finanzierter Forschung kommen sollten gänzlich kostenfrei sein. - Klimaschädliche Subventionen abbauen!
Die Regierungen der Welt geben nach Angeben des UN-Umweltprogramms (UNEP) jährlich rund 300 Milliarden US-Dollar aus, um die Preise für Öl, Gas und Kohle niedrig zu halten. Solche klimaschädlichen Subventionen konterkarieren jedes Klimaziel und müssen deshalb abgeschafft werden. - Die Biodiversität und die Tropenwälder müssen Bedingungslos geschützt werden
Der Tropenwalschutz darf auf keinen Fall direkt in den Emissionshandel einbezogen werden. Tropenwaldschutz (REDD) muss in einem Fonds-Modell mit verlässlicher Finanzierung realisiert werden. Die GRÜNE JUGEND fordert den sofortigen Stopp von Urwaldrodungen. Monokultur-Plantagen und andere Senken spielen Klimaschutz und Biodiversität gegeneinander aus. Jeder Baum der stehen bleibt ist ein Gewinn für beide.
Mit diesen Forderungen mobilisieren wir nach Kopenhagen und werden uns besonders an folgenden Tagen einbringen:
- Am 5. Dezember gehen wir überall in Deutschland auf die Straße und rütteln mit kreativen Aktionen die Menschen auf.
- Am 12. Dezember: Auf nach Kopenhagen! Wir beteiligen uns an der morgendlichen Klimaawelle von „friends of the earth“ sowie an der großen Demo am Mittag.
- Am 13. Dezember sind wir dabei, wenn es heißt “hit the production“
- Am 16. Dezember machen wir mit bei „reclaim power“
- Am letzten Wochenende mobilisieren wir unsere letzten Kräfte und setzen die Delegierten unter enormen öffentlichen Druck!
Als GRÜNE JUGEND werden wir auch über Kopenhagen hinaus weiter für Klimagerechtigkeit streiten!