Gender Mainstreaming, das heißt Gleichberechtigung!

16.04.2004: Während Frauenpolitik in der Regel von Frauen gemacht wird und sie zum Ziel hat konkrete Benachteiligungen von Frauen aufzuzeigen und für deren Beseitigung zu kämpfen, ist Gender Mainstreaming die Aufgabe aller Menschen, die an einem Entscheidungsprozess beteiligt sind und betrifft vor allen Dingen alle Politikbereiche.

Was ist Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming ist eine "Top Down"-Strategie. Sie funktioniert aber nicht ohne die Sensibilisierung der Beteiligten für die Gleichstellung der Geschlechter. Deshalb ist ein Instrument des Gender Mainstreaming Bildung, so besuchen MitarbeiterInnen von Firmen Gender Mainstreaming-Schulungen und Gender-Trainings. Auch das Erstellen von geschlechterdifferenzierten Statistiken und Analysen oder die Einrichtung von Steuerungsgruppen, die den Gender Mainstreaming-Prozess beobachten verkürzen den Weg zur Gleichstellung der Geschlechter.

Was macht die GRÜNE JUGEND?

Auf der einen Seite versuchen wir ganz gezielt junge Frauen zu fördern, in dem wir Mentoring-Projekte starten, bei denen erfahrene Politikerinnen Anfängerinnen unter ihre Fittiche nehmen und ihnen den Politikalltag näher bringen, aber auch Tipps im Umgang mit Politmachos weitergeben. Ein weiteres frauenpolitisches Instrument ist die Quote. In der Satzung der GRÜNEN JUGEND ist verankert, dass mindestens die Hälfte aller Posten mit Frauen besetzt werden müssen. Außerdem werden alle unsere Forderungen in Beschlüssen und Resolutionen auf ihre Gender-Tauglichkeit hin überprüft, der Aspekt Gleichstellung findet sich in jeder Debatte und in jedem Seminar wieder. Schnittstelle für diese beiden Strategien bildet dabei das Fachforum Gleichberechtigung. Dieser Arbeitskreis organisiert zum einen selbst Seminare zu frauenpolitisch relevanten oder genderbetreffenden Themen und zum anderen trägt es neue Impulse in die Grüne Jugend hinein und sorgt so für eine beständige Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichstellung.

Mehr Gesundheit!

Frauen und Männer sind verschieden. Frauen sind zum Beispiel anders krank! Deshalb fordern wir:

  • dass Medikamente sowohl an Frauen als
  • auch an Männern getestet werden. Bisher lag der Frauenanteil bei diesen Studien gerade mal bei 10 %.
  • dass geschlechtsspezifische Unterschiede
  • in der Medizin berücksichtigt werden - sowohl in der Forschung als auch in der Ausbildung!

Mehr Kohle!

Was die Lohngleichheit angeht, ist Deutschland das Schlusslicht: Frauen verdienen nur 76 % dessen, was Männer verdienen. Deshalb fordern wir:

  • dass nicht nur körperliche Belastungen
  • über den Wert eines Berufes entscheiden, sondern auch psychosoziale Belastungen, intellektuelle Fähigkeiten und der Grad der zu übernehmenden Verantwortung!
  • gleichen Lohn für gleiche Arbeit!

Chancengleichheit!

47,6 % der Studierenden sind Frauen. Aber wo landen sie, wenn sie ihre Ausbildung beendet haben? Nur 8 % der C4- Professuren sind mit Frauen besetzt und nur 1 % der Vorstandsmitglieder der 30 größten deutschen Unternehmen sind Frauen. Deshalb fordern wir mehr Chancengleichheit!

Mehr Macht!

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung sind Frauen, doch im Bundestag werden nur knapp ein Drittel der Mandate (32,2%) von Frauen ausgeübt. In den Länderparlamenten sieht es teilweise noch trauriger aus: nur 26,7 % der bayrischen Landtagsabgeordneten sind weiblich. Wir fordern deshalb:

  • dass Frauen und Männer gemeinsam
  • Politik machen. Wir wollen Geschlechterdemokratie!
  • dass Frauen nicht nur die Hälfte
  • der Mandate einnehmen, sondern die Hälfte der Macht haben!

Weitere Infos:

Zugehörige Dateien:
2004_gendermainstreaming.pdfDownload (162 kb)