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Beschlossen auf dem Bundeskongress vom 11. bis 13. November in Koblenz.
Inhalt: 

Weltweit leben 42 Millionen Menschen mit HIV und Aids und täglich infizieren sich 10.000 neu. Die meisten dieser Mensche leben Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort droht die Epidemie ganze Landstriche zu entvölkern und die Ergebnisse jahrelanger Entwicklungsanstrengungen zu Nichte zu machen. Auch in Osteuropa grassiert der Virus teilweise unkontrolliert.

Aber HIV und Aids machen nicht vor unseren Grenzen halt. Dieses Problem geht auch uns etwas an. Ende 2004 lebten 44.000 Menschen in Deutschland mit HIV und Aids. In jedem Jahr stecken sich etwa 2000 Menschen neu mit HIV an. Und die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an! Allein im ersten Halbjahr diesen Jahres sind 20% mehr Fälle von HIV-Infektionen festgestellt worden.

Sorglosigkeit kostet Leben!

Die GRÜNEN JUGEND ist besorgt über diese Entwicklung und fordert alle an gesundheitlicher Aufklärung beteiligten Organisationen auf, ihre Aufklärungskampagnen den veränderten Verhältnissen anzupassen.

Besonders junge Menschen glauben oft alles über Sexualität und sexuell übertragbare Krankheiten zu wissen. Hier droht sich ein gefährliches Halbwissen und eine gewisse Sorglosigkeit breit zu machen, der dringend mit zielgruppenorientierten Kampagnen entgegengewirkt werden muss.

Plakate an den Straßen haben längst ihren Sinn verloren und haben durch ihre Beliebigkeit nicht den Anspruch bestimmte Gruppen direkt anzusprechen. HIV und andere Krankheiten, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden, müssen auch in Jugendmagazinen und anderen Jugendforen thematisiert werden, um junge Menschen direkt zu erreichen.

Unwissenheit und Sorglosigkeit gehen auf kosten der Gesundheit! Der Bundesvorstand wird aufgefordert durch die Erstellung einer thematischen e-card im Kampagnenrahmen der GRÜNEN JUGEND zur Durchsetzung unserer Forderungen beizutragen.

Neue Wege in der Aufklärung beschreiten

In einer Einwanderungsgesellschaft kann nicht davon ausgegangen werden, dass jeder und jede die Amtssprache versteht. Daher müssen alle Materialien auch in den Sprachen veröffentlicht werden, die neben deutsch in diesem Land am meisten vertreten sind. Aufklärung bedeutet aber nicht nur, Maßnahmen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten aufzuzeigen, sondern auch über Möglichkeiten und Gefahren eines Lebens mit HIV und Aids aufzuklären. Dabei muss ebenfalls beachtet werden, dass Aufklärung nicht nur die Betroffenen angeht, sondern auch ihre Umwelt. Sozialer Ausgrenzung durch Diskriminierung und Unwissenheit muss entschieden entgegengewirkt werden. Gesundheitliche Aufklärung geht alle an!

Besonders an Schulen muss gesundheitliche Aufklärung einen festen Platz bekommen. Sexualität ist nicht nur ein Thema, welches beiläufig im Biologieunterricht behandelt werden sollte, es muss auch in andere Unterrichtsfelder einbezogen werden. Die Schule ist für junge Menschen der prägendste Ort ihrer Jugend. Es ist daher unverständlich, warum so wichtige Themen, wie Sexualität und die damit verbundenen Risiken so wenig Platz im Unterricht finden. Über die Reform der Unterrichtsinhalte, fordert die GRÜNEN JUGEND Kondome in den Schulen kostenlos an die Schülerinnen und Schüler abzugeben.

Mehr Geld für Aufklärung

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Mittel für Hilfsprojekte und Aufklärungskampagnen gekürzt worden. Die GRÜNEN JUGEND sieht die öffentliche Hand in der Verantwortung die Mittel für Prävention und Betreuung bereitzustellen. Dabei müssen nicht nur Mittel für existente Projekte bereitgestellt werden, sondern auch neue Wege gegangen werden. Die GRÜNEN JUGEND fordert die kostenlose Verteilung von Kondomen, z.B. in Schwulensaunen und anderen Szenetreffs. Kondome schützen, aber nur dann - wenn möglichst viele Menschen einfach und kostenlos Zugang dazu haben.

Die GRÜNEN JUGEND muss auch selbst aktiv werden und kostenlos Kondome auf Bundeskongressen und anderen Veranstaltungen der GRÜNEN JUGEND verteilen.

Artikelart: 
Beschluss
Über uns: 
Vom 13 Nov 2005 - 01:00