Kontroverse über Vatikan-Papier
04.08.2003: Als Reaktionen auf das Papier des Vatikans hat nicht nur der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND seine Meinung formuliert. Einige Landesverbände der GRÜNEN JUGEND und andere Jugendverbände bezogen ebenfalls Stellung.
"Gleiches Recht für Gleiche Liebe"
Die katholische Kirche vertritt in Sachen Homosexualität ein völlig veraltetes Menschenbild. Die GRÜNE JUGEND stellt klar: Wir sind für die Gleichstellung LesBiSchwuler Lebensstile und Partnerschaften gegenüber heterosexuellen Lebensstilen und der Ehe. Verschieden Pressemitteilungen der Landsverbände und auch anderer Jugendverbände sind deswegen an dieser Stelle zusammengefasst. Wenn auch ihr für die Rechte und die Akzeptanz Homosexueller etwas tun wollt, seid ihr bei uns genau richtig: Im LesBiSchwulen Fachforum "Rosa Igel" könnt ihr euch an Diskussionen beteiligen und Aktionen sowie Seminare mitplanen. LesBiSchwules Fachforum
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Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg schreibt:
Grüne Jugend zum Vatikan: "Völlig daneben"
Die Grüne Jugend Baden-Württemberg verurteilt das Ratzinger-Papier des Vatikans aufs Schärfste. Es dürfe keine "gute" und "böse" Liebe geben.
In diesem Papier würden erneut Homosexuelle diskriminiert und mit Kriminellen gleichgesetzt. Die katholische Kirche vergleicht die Kindererziehung durch homosexuelle Paare mit einer "Vergewaltigung". Diese Position des Vatikans ist aus Sicht der Grünen Jugend "völlig daneben". Damit verpasse die Kirche die Chance, die gesellschaftliche Veränderung endlich anzuerkennen. Scharfe Kritik übt die Grüne Jugend auch an der Union, die ihre Position durch das Papier bestätigt sieht. "Homosexuelle sollen genauso lieben können und dürfen wie andere auch", meint die Grüne Jugend im Land. Es dürfe nicht zwischen "guter" und "böser" Liebe unterschieden werden.
Die GRÜNE JUGEND Bayern zum Thema:
Grüne Jugend kritisiert Vatikan-Erklärung und CDU/CSU
Union zukünftig fünfte Kolonne Roms?
Die Vatikan-Erklärung zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften und die Haltung der Unionsparteien dazu kritisieren die Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend Bayern, Julia Baßler und Christoph Wiedemann:
"Die katholische Kirche tut sich keinen Gefallen, wenn sie in kulturkämpferischer Manier gegen liberalen Neuerungen zu Felde zieht.
Es ist nicht nur zutiefst unmoralisch, gesellschaftliche Minderheiten zu verteufeln, sondern es ist auch zutiefst undemokratisch, in solcher Weise Druck auf gewählte VolksvertreterInnen auszuüben.
Die Union scheint damit allerdings kein Problem zu haben, ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Wolfgang Bosbach, empfiehlt katholischen Politikern, "die Worte des Heiligen Vaters ernst zu nehmen". Kein Wunder, sind die Ausfälligkeiten des Vatikans doch eine wunderbare Legitimation für das stockkonservative und überholte Weltbild von CDU und CSU.
Es stellt sich die Frage, weshalb die Unionsparteien die Haltung der katholischen Kirche ignorieren, wenn diese eine geregelte Zuwanderung unterstützt, jedoch Gehorsamsschwüre ablegen, wenn diese auf Minderheiten eindrischt.
Agieren CDU und CSU in der Frage der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften als fünfte Kolonne eines Vatikans, der die Selbstbeherrschung verloren hat?
Wenn Angela Merkel und Edmund Stoiber sich nicht klar von dem hochproblematischen Verdikt und den politischen Nötigungsversuchen aus Rom distanzieren, müssen sie sich diese Frage gefallen lassen."
Die GRÜNE JUGEND Mecklenburg-Vorpommern meint:
"Gleiches Recht für Gleiche Liebe statt veraltete katholische Dogmen"
Die GRÜNE JUGEND M-V zeigt sich erschreckt über die Position zur Gleichstellung Homo- und Heterosexueller Ehen des Vatikans und anderer katholischer Gremien. "Sicherlich ist es nichts neues das die katholische Kirche veraltete und Diskriminierende Dogmen predigt, doch das geht einfach zu weit" so Franz Zobel , Landesvorstandssprecher des Verbandes.
"Während die evangelische Kirche Berlin Brandenburg längst gleichgeschlechtlichen Paaren ihren Segen gibt, hunderthausende Menschen auf bunten CSD Paraden gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben demonstrieren, bastelt die Führung der Katholiken immer noch an homophoben Positionspapierchen" meint Rene Gögge, Mitglied des Landesvorstands. "Die endgültige Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe wäre ein Fortschritt unserer Gesellschaft, denn Liebe zwischen Menschen schadet nicht dem Allgemeinwohl sondern verbessert es." so Gögge weiter.
Deshalb fordert die GRÜNE JUGEND M-V die Verabschiedung des Ergänzungsgesetzes zur "Homo Ehe" und die Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes. "Wir hoffen das sich Katholische Priester nicht mit in die zurückgebliebende Position des Vatikans einklinken und anfangen sich dagegen zu wehren." so Zobel und Gögge abschließend.
Die GRÜNE JUGEND Bonn bezieht folgende Position:
"Schwule und Lesben gleichberechtigen!"
Geburtstagsfeier zur eingetragenen Partnerschaft veranstaltet. Protest vor Bonner Münster gegen diskriminierendes Kirchenpamphlet.
Die GRÜNE JUGEND Bonn hat am vergangenen Wochenende eine Vielzahl von Aktionen durchgeführt mit dem Ziel, ihre Ziele in der Lesben- und Schwulenpolitik stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Am vergangenen Freitag, dem 1. August 2003, feierte die GRÜNE JUGEND Bonn anlässlich des 2. Jahrestages des Gesetzes zu den eingetragenen Lebenspartnerschaften, auch "Homo-Ehe" genannt, auf dem Bonner Münsterplatz. Die jungen Grünen luden interessierte Bürgerinnen und Bürger zu Torte und Sekt ein und erhielten in erster Linie positive Resonanz auf ihr Anliegen, die Einführung der "Homo-Ehe" als großen gesellschaftspolitischen Fortschritt zu feiern. GJB-Sprecher Florian Beger stellte jedoch klar, dass noch längst nicht alle Ziele zur Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen in Deutschland erreicht seien. "Die Union darf sich nicht länger gegen eine Erweiterung der Lebenspartnerschaften im Steuer- und Erbschaftsrecht stellen; Liebe verdient Respekt, und darum müssen auch homosexuelle Partnerschaften eine ähnliche Hochachtung unserer Gesellschaft erhalten, wie Menschen, die in einer Ehe zusammenleben." Die Bonner GRÜNEN beteiligten sich gemeinsam mit ihrem Jugendverband auch am LesBiSchwulen Somemrfest, das am vergangenen Samstag, dem 2. August 2003 in der Bonner Innenstadt stattfand. Am Stand der GRÜNEN konnten PassantInnen im Rahmen einer Fotoaktion demonstrieren, wie vielfältig Lebensentwürfe und Familien seien können: Hierzu wurde den Interessierten angeboten, auf einem Sofa platzzunehmen, hinter dem eine Wand mit der Aufschrift "We are family!" aufgestellt wurde. Insgesamt nahmen 50 Familien unterschiedlichster Zusammensetzung an der Aktion teil.
Am vergangenen Sonntag, dem 3. August 2003, verteilte die GRÜNE JUGEND Bonn im Vorfeld des Sonntagsgottesdienstes vor der Bonner Münsterkirche Flugblätter, auf denen sie ihre Ablehnung gegenüber der aktuellen Erklärung des Vatikan zu homosexuellen Partnerschaften zum Ausdruck brachte. "Es ist absurd, homosexuelle Neigungen als widernatürlich zu bezeichnen! Die Kirche hinkt der Wissenschaft in dieser Frage über ein Jahrhundert hinterher.", so Jenny Renzsch von der GRÜNEN JUGEND. "Ich als Katholik werde mich nicht den Aufforderungen des Vatikans beugen, im Gegenteil, ich werde mich weiter für den Abbau von Diskriminierungen gegen Homosexuelle einsetzen", so Florian Beger, Sprecher der jungen Grünen.
Fotos von unseren Aktionen, zu finden ab Montag, unter www.gj-bonn.de.
Bei Rückfragen kontaktieren Sie bitte an den Vorsitzenden der GRÜNEN JUGEND Bonn, Florian Beger.
Die JuLis (FDP-Jugendorganisation) schreiben auf ihrer Seite:
JuLis: Vatikan im tiefsten Mittelalter!
Berlin. Der Bundesschatzmeister der Jungen Liberalen (JuLis), Volker Beisel kritisiert massiv die aktuelle Kongregation des Vatikans: "Das antiquierte Wertedenken des Vatikans ist erschreckend und menschenverachtend! Mit Aussagen wie, "homosexuellen Tendenzen mit Mitleid entgegenzutreten", "homosexuelle Lebensgemeinschaften widersprechen der Vernunft" und "faktische Vergewaltigung der adoptierten Kinder" streut der Vatikan Intoleranz und Ausgrenzung. Toleranz ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Züge. Wer intolerant ist kann nicht erwarten, dass man ihm mit Toleranz gegenübertritt. Der Vatikan hat sich mit seinem Papier zur rechtlichen Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften ins tiefste Mittelalter katapultiert. Der Heilige Stuhl sollte sich umgehend bei allen Homosexuellen und deren Kindern entschuldigen. In Zukunft sollten sich die päpstlichen Berater erst einmal bei ihren Gläubigen umhören und dann Beschlüsse fassen, denn man bedenke, dass es auch homosexuelle Gläubige gibt. Solche Aussagen zeigen wieder einmal die Notwendigkeit eines Antidiskriminierungsgesetzes und eines Adoptionsrechtes. Die Jungen Liberalen fordern die Bundesregierung zu den entsprechenden Maßnamen auf."
verantwortlich i.S.d.P.: Cordt Detering, Pressesprecher Ruf 0172 . 5222565 - ______________________________________________
Andere Links zu diesem Thema
- Pressemitteilung von Katja Husen und Volker Beck

- KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE was der Vatikan zum Thema homosexuelle Partnerschaften verfasst hat
- ibka.org/infos/wann.html Seite des IBKA (Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V.)
- selbst_bewusst_lieben projectlifestyle zum CSD