Weitere Proteste gegen Abriss in Lacoma
01.10.2003: GRÜNE JUGEND unterstützt Demonstrationen gegen die Zerstörung des Dorfes Lacoma für den Braunkohle-Tagebau.
GRÜNE JUGEND warnt vor Zerstörung ökologisch wichtiger Gebiete
Die GRÜNE JUGEND fordert alle PolitikerInnen, UmweltschützerInnen, Lifestyle-AktivistInnen und alle jungen Menschen auf, sich gegen den Abriss des Dorfes Lacoma zu stellen und dies öffentlich Kund zu tun.
Nicht nur dass ein ganzes Dorf zwangsumgesiedelt werden soll, auch auf die Natur nimmt der Tagebau Cottbus-Nord keine Rücksicht. Doch die zumeist jungen BewohnerInnen von Lacoma setzen sich zur Wehr. Wir wünschen ihnen dabei viel Ausdauer.
Lacoma war schon DDR-Zeiten für tot erklärt worden. Doch inzwischen sind junge Leute dort angesiedelt, die es sich zum Ziel gemacht haben, ökologisch, auf regenerative Energien aufbauend und nachhaltig zu leben. Somit liefern sie einen wertvollen Beitrag zu nachhaltiger und selbst_bewusster Lebensführung.
Auf www.lacoma.de können Aktionsvorschläge, Spendenkonto und Termine nachgelesen werden.
(Ende der Pressemitteilung)
============== WEITERE iNFOS ==============
Zum 30.September wurden für mehrere Häuser in Lacoma die Nutzungsverträge gekündigt oder laufen aus. Wir laden Presse und Öffentlichkeit herzlich ein zur demonstrativen Weiternutzung der Lacomaer Kulturscheune am 1.Oktober um 17:00 Uhr.
Neben Improvisationstheater und open stage soll die Kulturscheune an diesem nachmittag Ausrichter eines kabarettistischen "Rotbauchunken-Wettessens" sein. Unter dem Motto "Essen verboten, abbaggern erlaubt?" wollen die Akteure dabei auf den Schutz des Lacomaer Teichgebietes hinweisen.
Die Protestwanderung am Sonntag wertet der Verein als großen Erfolg. Rund 300 Menschen aus Cottbus und Umgebung hatten dabei ihre Unterstützung für Lacoma ausgedrückt und eine Holzkunstinstallation am Hammergraben eingeweiht. Ihre Solidarität bekundeten unter anderem der Landesvorsitzende der Grünen Liga Brandenburg, Heinz-Herwig Mascher und der sorbische Abgeordnete des sächsischen Landtags Heiko Kosel (PDS).
Lacoma soll dem Tagebau Cottbus-Nord weichen. Der Kohlekonzern Vattenfall versucht, noch in diesem Jahr den größten Teil des Dorfes abzureißen, obwohl zur Beseitigung des Hammergrabens und der Teiche keine Genehmigung vorliegt. Forderung des Lacoma e.V. ist, alle Kündigungen und Abrisse mindestens so lange auszusetzen, bis im laufenden Planfeststellungsverfahren verbindlich über die Zukunft der Teichlandschaft und des Hammergrabens entschieden ist.
Weitere Hintergrundinformationen: www.lacoma.de
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Lacoma ein kleines Dorf am Stadtrand von Cottbus, ganz im Osten Deutschlands gelegen, sollte schon vom DDR-Kohlekombinat für tot erklärt werden, um die darunterliegende Braunkohle abzubauen. Ob es nun die LAUBAG schaffen wird, ist noch nicht sicher, denn das von den ursprünglichen Bewohnern schon einmal leergezogene Dorf wurde von jungen Menschen neu besiedelt. Der Kampf um das Dorf Lacoma währt schon viele Jahre. Im März 1983 wurde den ca. 150 Bewohnern des Ortes bekannt gegeben, daß ihr Dorf dem Braunkohletagebau Cottbus-Nord weichen soll. Durch ihren hartnäckigen und zunächst geschlossenen Widerstand konnten die Dorfbewohner nur erreichen, daß sie nicht wie bisher üblich in Plattenbausiedlungen aufgeteilt, sondern gemeinsam umgesiedelt wurden. Die Mehrzahl der Bewohner verließ das Dorf schon in den Jahren 1987-1990. Ein Teil der Höfe wurde bereits abgerissen. Im Zuge der Wende ging nach 1989 der Strombedarf und die Kohleförderung in der Lausitz aber massiv zurück, so daß sich der Überbaggerungstermin um mehr als 15 Jahre verschob. Es formierten sich erneut Initiativen zu Wiederbelebung und Erhalt von Dorf und Landschaft.
Was 1992 als Besetzung begann, ist inzwischen durch befristete Nutzungsverträge legalisiert. Der Lacoma-Verein, der mehrere Höfe nutzt, setzt sich für den Erhalt der Dorfstruktur und des ökologisch wertvollen Teichgebiets hinter dem Dorf ein. Doch noch immer ist für 2005 der endgültige Abriß geplant.