Frau Merkel, hören Sie auf mit dieser Menschenverachtung!

14.07.2006: Heute tagt zum ersten Mal der 80-köpfige sogenannte Integrationsgipfel, der auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin uusammengekommen ist. Der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND kritisiert hierzu die offensichtliche Fehlbesetzung dieses Gipfels:

Frau Merkel sagt, dieser Gipfel solle der Beginn eines Dialogs sein. Zu einem konstruktiven Gespräch gehört jedoch, dass die Menschen, über die gesprochen wird, auch Teil der Konversation sind. Bundeskanzlerin Merkel verkennt dies und lädt die, um die sich die Debatten die meiste Zeit drehen, nämlich die moslemischen MigrantInnen und ihre VertreterInnen, überhaupt nicht erst ein. Viele moslemische Verbände, die gern an dem Gipfel teilgenommen hätten, darunter auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland, werden auf eine Islamkonferenz des Innenministers im Herbst vertröstet.

Was wollen Frau Merkel und ihre Integrationsbeauftragte, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) damit den moslimischen MitberürgerInnen signalisieren? Dass sie sie nicht integrieren wollen oder eben mit ihnen nicht sprechen wollen? Merkel beweist einmal wieder, dass es ihr überhaupt nicht um einen Dialog zwischen gleichwertigen GesprächspartnerInnen geht, sondern hier Menschen eine Meinung und Lebensweise diktiert werden soll ohne ihre Ansichten und Einschätzungen im Vorfeld eingeholt zu haben.

Durch diese fragwürdige Integrationspolitik manifestiert sich wieder einmal die Unchristlichkeit der sogenannten ChristdemokratInnen. Haben sie denn nicht gelesen, dass schon in der Bibel steht: Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst. (3. Moses 19, 33-34)

Und dies berücksichtigt noch nicht einmal, dass es sich bei den Menschen mit Migrationshintergund zum größen Teil um BürgerInnen unseres Landes handelt, die sich selbst schon lange nicht mehr als Fremde fühlen, sondern von den Vorurteilen der Politik von CDU/CSU dazu gemacht werden.

Das Problem, dass Merkel hier hilflos versucht zu lösen, ist kein "AusländerInnen-Problem", sondern ein soziales Problem. Statt allen jungen Menschen den Zugang zu Bildung und damit zu demokratischen Strukturen zu ermöglichen, werden Sprachtest eingeführt, die vor der Einschulung bestanden werden müssen und zu weiterer Selektion führen. Hierbei wird verkannt, dass gerade die Kindergärten und Schulen die Vemittler von Sprache und Werten (auch für deutsche MuttersprachlerInnen) sein sollen. Daher fordert die GRÜNE JUGEND schon lange die Kindergartenpflicht für alle und eine radikale Umstrukturierung weg von Verwahrstellen hin zu qualitativer vorschulischen Bildung. Erst muss der Zugang zu Bildung ermöglicht werden, der automatisch zum Erwerb der deutschen Sprache führt und dann können wir miteinander reden!

Frau Merkel, nehmen Sie endlich Abschied von ihrer menschenverarchtenden Ideologie und Vorgehensweise!

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