Mehr Sicherheit durch "Drugchecking"

12.07.2002: GRÜNE JUGEND warnt vor lebensgefährlichen PMA-Pillen auf der Love Parade

Anlässlich der Love Parade und des stetig wachsenden Konsums von Ecstasy, erklärt Benjamin von der Ahe, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:

“Wir fordern ein staatlich geregeltes „Drugchecking“. Das Verbot von Drogen wie Ecstasy hält die meist jungen KonsumentInnen offensichtlich nicht von deren Konsum ab, es wirkt sogar kontraproduktiv: Junge Menschen nehmen Pillen, deren Bestandteile sie nicht kennen, Vergiftung oder Überdosierung können die Folge sein. Aktuell sind im EU-Raum 100.000 PMA-Pillen aufgetaucht, die als Ecstasy angeboten werden und in der Vergangenheit in Deutschland bereits zu drei Todesfällen geführt haben. Sollten diese Pillen auf der Loveparade in Berlin auftauchen, sind die KonsumentInnen ihnen schutzlos ausgeliefert.“

Drugchecking-Programme werden bereits in vielen europäischen Ländern, wie in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz, angeboten. Zum Teil werden die Pillen und Pulver direkt vor Ort auf Technopartys in mobilen Labors hinsichtlich Zusammensetzung und Dosierung analysiert.

In Deutschland hat der Technoverein Eve & Rave mehrere Jahre sehr erfolgreich Drugchecking durchgeführt. Gegen den Verein eingeleitete Strafverfahren wurden von allen gerichtlichen Instanzen zurückgewiesen. Drugchecking ist somit hierzulande legal durchführbar, wird allerdings zur Zeit noch von den zuständigen Bundesbehörden auf dem Verwaltungsweg blockiert.

Die GRÜNE JUGEND setzt sich weiter für eine humanere Drogenpolitik ein: Prävention statt sinnlose Verbote; realitätsbezogene Aufklärung statt Dämonisierung von illegalen und Verharmlosung von legalen Substanzen; Hilfsangebote für Menschen mit Drogenproblemen statt strafrechtliche Verfolgung; staatliche Regulierung statt Schwarzmarkt und Kriminalität.