GRÜNE JUGEND fordert Legalisierung aller Drogen

30.11.2006: Zum letzte Woche erschienen "Jahresbericht 2006 über den Stand der Drogenproblematik" der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

"Die stark fallenden Preise für illegale Drogen in Europa zeigen deutlich, dass der prohibitionistische Ansatz der Angebotsreduktion durch Strafverfolgung gescheitert ist. Trotz eines milliardenschweren Verfolgungsapparates gelingt es der internationalen Staatengemeinschaft nicht einmal ansatzweise den Drogenmarkt zu beeinträchtigen. ExpertInnen gehen davon aus, dass nicht mehr als fünf bis zehn Prozent der gehandelten Drogen beschlagnahmt werden. Selbst ein vom Krieg zerstörtes und verarmtes Land wie Afghanistan schafft es seine Opiumproduktion so stark zu steigern, dass die Heroinpreise in Europa im Zeitraum 1999 und 2004 um 45 Prozent gefallen sind.

Ferner zeigt auch der Vergleich nationaler Konsumprävalenzen, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Härte der Strafverfolgung und der Anzahl der DrogenkonsumentInnen gibt. Dem Jahresbericht zufolge konsumierten junge Erwachsene aus Frankreich zwischen 15 und 34 in den vergangenen 12 Monaten mehr Cannabis als jene in Deutschland, obwohl der französische Staat im Allgemeinen härter gegen CannabiskonsumentInnen vorgeht als der deutsche. Noch weniger wurde in den Niederlanden konsumiert, obwohl Cannabis dort problemlos und legal erhältlich ist.

Die GRÜNE JUGEND fordert die Legalisierung aller Drogen und die Schaffung eines kontrollierten Drogenmarktes. Nur in der Legalität kann der Staat die Qualität und den Verkauf von Drogen regulieren. Heutige illegale Drogen sind meist verunreinigt und schwer dosierbar, was eine Hauptursache für viele gesundheitliche Probleme durch Drogenkonsum ist. In Drogenfachgeschäften könnten diese Substanzen in guter Qualität, klaren Dosen und mit einem umfangreichen Informations- und Beratungsangebot verkauft werden. Nur ein Staat der Drogen nicht willkürlich in legale und illegale einteilt und Millionen seiner BürgerInnen kriminalisiert, kann eine glaubwürdige Aufklärung über den Nutzen und die Risiken von Drogenkonsum betreiben. Der War on Drugs, der de facto ein Kampf gegen DrogenkonsumentInnen und -abhängige ist, ist endlich zu beenden !"

Link zum Jahresbericht