"Nettoentlastung reiner Opportunismus!"

17.04.2000: Steuerentlastungen

Durch ein Vorziehen der Freistellung von Veräußerungsgewinnen soll die Nettoentlastung für Unternehmen um eine weitere Milliarde DM erhöht werden. Diese geplante Erhöhung der Nettoentlastung für Unternehmen ist nach Ansicht der GRÜNEN JUGEND aus sozialen und haushaltspolitischen Gründen unverantwortlich:

"Die hohe Nettoentlastung macht die Einsparbemühungen des letzten Jahres komplett zunichte", erklärt Vorstandssprecherin Ramona Pop. "Während im Sozialbereich gespart werden muß, bekommt die Wirtschaft Geldgeschenke. Das ist Umverteilung von unten nach oben im großen Stil", so Pop weiter.

Deutlich äußert sie ihre Enttäuschung über die Fachleute aus der grünen Bundestagsfraktion: "Nur weil die SPD der Wirtschaftslobby nachgibt, müssen wir es ihr nicht gleich tun."

Im Grundsatz hält die GRÜNE JUGEND dabei die Steuerreform für sinnvoll und wichtig. "Die von der Koalition vorgetragene große Linie 'Steuerschlupflöcher schließen - Steuersätze senken' teilen wir vorbehaltlos. Aber dafür ist eine Nettoentlastung in dieser Höhe völlig unnötig", erklärt Kevin Thurley (19), Mitglied im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND und junges Mitglied im parteiinternen Arbeitskreis "Wirtschaft und Finanzen". Steuerentlastungen würden dabei eher Besserverdienende entlasten. "Ein Prozent Steuerentlastung bringt natürlich bei einem hohen Einkommen wesentlich mehr als bei GeringverdienerInnen", rechnet Thurley vor. "Für diese Erkenntnis braucht man nicht mal einen Taschenrechner."