GRÜNE JUGEND für mediale Vielfalt

19.09.2004: Kritik an der Sendung "Was erlauben Strunz" zu dem Thema: Stellung der Öffentlich-Rechtlichen Medien

Der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND erklärt:

Die GRÜNE JUGEND übt scharfe Kritik an der Sendung "Was erlauben Strunz", die am 19.09.2004 um 22.15 Uhr bei SAT.1 ausgestrahlt wird. Thema der bisher auf N-24 laufenden Show, soll die Stellung der Öffentlich-Rechtlichen Medien sein.

Schon im Vorfeld der Ausstrahlung wird mit der polemischen Fragestellung geworben, ob es gerechtfertigt sei, dass die staatlichen Medien "immer mehr Geld bekommen". Dazu sind von Seiten der Politik die beiden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (Bayern, CSU) und Peer Steinbrück (NRW, SPD) eingeladen. Beide haben sich aktuell für massive Kürzungen bei den Öffentlich-Rechtlichen Programmen ausgesprochen und mit äußerst unqualifizierten Vorschlägen wie einer Zusammenlegung der Programme arte und 3.SAT auf sich aufmerksam gemacht.

Das ein solches Thema ausgerechnet vom Chefredakteur der "Bild am Sonntag", Claus Strunz, moderiert wird, der ein naheliegendes Interesse an der Schwächung der staatlichen Medien haben dürfte, dient nicht der freien Meinungsbildung!

Die GRÜNE JUGEND möchte im Vorfeld der Sendung betonen, wie wichtig die Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten in der deutschen Medienlandschaft sind.

Durch die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger sind sie frei von Fremdeinflüssen und können sich vornehmlich ihrem Bildungsauftrag widmen. Dies scheint auch dringend geboten, angesichts einer Welt der privaten Massenmedien, die Quote über Meinungsfreiheit und Marktanteil über Minderheitenthemen stellt.

Auch die Teilhabegerechtigkeit an gesellschaftlich relevantem Geschehen, wie z.B. Liveübertragungen von Sportereignissen, wird durch die zunehmende Ausweitung des Pay TV - Segmentes beschnitten. Hier bilden staatliche Fernseh- und Rundfunkanstalten einen wichtigen Gegenpol und müssen darum mit entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden.

Letztlich bieten die privaten AnbieterInnen selbst die besten Argumente für eine freie Medienlandschaft, indem sie Sendungen wie "Was erlauben Strunz" produziert.

Darum fordert die GRÜNE JUGEND eine stärkere Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen für mehr Teilhabegerechtigkeit, mehr Meinungsfreiheit und Vielfalt in der Medienlandschaft!