Gewalt kennt keine Ausreden
25.11.2004: Anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:
"Wir fordern die Bundesländer und Kommunen auf, Opfern von Gewalt nicht die Türe vor der Nase zuschlagen. Die Finanzierung von Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen muss weiterhin sichergestellt werden. In Deutschland wurde bereits jede vierte Frau Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt im häuslichen Bereich. Ihr eigenes Zuhause ist damit für Frauen der gefährlichste Ort!
Wer schlägt, der geht!
Wir sagen: Wer schlägt, der geht! Dank rot-grüner Initiative gibt es das Gewaltschutzgesetz, das es erlaubt, den Täter der Wohnung zu verweisen. Aber ein Gesetz allein macht noch keine gewaltfreie Gesellschaft. Auch die Wegweisung des Täters ersetzt oft nicht die Flucht ins Frauenhaus, sondern ergänzt bestehende erfolgreiche Instrumente.
Sparen bei Frauenhäusern ist falsch!
Es ist zynisch, dass Länder und Kommunen mit Verweis auf das Gewaltschutzgesetz Frauenhäuser und Fluchtwohnungen schließen und Beratungsstellen für Gewaltopfer die Mittel kürzen. Es muss auch weiterhin anonyme Zufluchtstätten für Opfer von Gewalt geben, wenn Gesundheit und Leben von Frauen in Gefahr sind.
Die GRÜNE JUGEND fordert präventive Programme geschlechtsspezifischer Anti-Gewaltarbeit auf allen Ebenen der Jugend-, Bildungs- und Sozialarbeit zur nachhaltigen Beseitigung männlicher, insbesondere sexualisierter Gewalt.
Jungen- und Männerarbeit muss auch darauf ausgerichtet sein, partnerschaftliche Erziehungs- und Rollenmodelle einzuüben. Gerade neue männliche Leitbilder sind für eine geschlechtergerechte Gesellschaft wichtig."