Fall Moshammer: GRÜNE JUGEND kritisiert Medienhetze
19.01.2005: Zu der Berichterstattung über den Fall Mooshammer erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:
"Mit der Berichterstattung zum Tod des Modeschöpfers Rudolf Mooshammer in den deutschen Boulevardmedien ist ein neuer Höhepunkt der Geschmacklosigkeit und Menschenverachtung erreicht.
Die Medienhetze richtet sich gegen Homosexuelle, Prostituierte und MigrantInnen. Immer wieder werden alle männlichen Prostituierten pauschal als kriminell verurteilt, die schwule Subkultur wird mit der sogenannten "Stricherszene" gleichgesetzt und es werden rasstische Äußerungen über AsylbewerberInnen getätigt. Mit dieser Art der Berichterstattung wird ein Klima der Vorurteile und Tabuisierung geschaffen, das erst den Nährboden für Schicksale wie das von Rudolf Mooshammer bietet.
Anstatt sich jetzt dem Populismus hinzugeben, fordert die GRÜNE JUGEND eine breite gesellschaftliche Debatte über Toleranz gegenüber Minderheiten in Deutschland. Außerdem wollen wir eine Sicherheitspolitik, die präventiv ansetzt und nicht erst dann, wenn bereits eine Straftat geschehen sind. In diesem Kontext müssen auch die harten Einschnitte bei den Beratungseinrichtungen z.B. für Prostituierte, SchuldnerInnen und MigrantInnen, neu diskutiert werden.
Der Fall Rudolf Mooshammer zeigt, wie weit wir noch von einer Gesellschaft entfernt sind, in der Anderssein wirklich akzeptiert ist."