Unsolidarisch: Frank Bsirske

Herr Bsirske, Ihre Klientelpolitik ist ekelhaft!

26.10.2005: Frank Bsirske, Grünen-Mitglied und Chef der Gewerkschaft ver.di, hat in einem Papier gemeinsam mit der IG BCE und vier Stromkonzernen gefordert, den Atomausstieg rückgängig zu machen, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern und die Anstrengungen beim Klimaschutz zurückzufahren.

Inzwischen hat Frank Bsirske seine Position zu Atomkraft, die er in jenem Papier vertreten hatte, wiederrufen. Wir dokumentieren hier unsere Presse-Erklärung. Vielleicht hat auch unser Statement ein kleines Stückchen dazu beigetragen, dass Bsirske seine Atomkraft-Position revidiert hat.

Dies kritisiert der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND schärfstens:

"Dies ist ein ekelerregender Akt blinder Klientelpolitik und egoistischem Lobbyismus. Wir fordern alle Gewerkschaftsmitglieder auf, ihre umnebelten Chefs zur Vernunft zu bringen.

Die Forderungen von Bsirske und Co. richten sich nicht nur gegen die jungen Generationen und gegen die Menschen in anderen Ländern, die am meisten unter dem Klimawandel leiden werden, sie richten sich auch gegen viele Gewerkschaftsmitglieder selbst. Bsirske und Schmoldt machen sich hier zu Anwälten eben jener Stromkonzerne, die die Strompreise kartellhaft in die Höhe getrieben haben. Zugleich verkennen sie, dass Ökologie und Ökonomie kein Gegensatz sind, sondern zusammen gedacht werden müssen. Statt die Monopole der großen Stromkonzerne zu verteidigen, sollten sie lieber Partei für die hunderttausenden Beschäftigten in der Erneuerbare-Energien-Branche ergreifen.

Wir wollen gerne mit den Gewerkschaften gemeinsam den Weg in eine ökologisch-soziale Gesellschaft wagen. Deswegen laden wir Gewerkschaften und andere VertreterInnen des linken Spektrums ein, mit uns diesen Weg weiterzudenken.

Bsirske aber hat mit seinen Positionen einen anderen Weg eingeschlagen: Dummdreist hat er die ideologischen Phrasen der Konservativen nachgeplappert. Denn eins steht fest: Die Atomkraft gehört in die technologische Mottenkiste. Wenn Bsirske das nicht verstanden hat, sollte er darüber nachdenken, ob er der richtigen Partei angehört.

Herr Bsirske, Kuscheln mit den ArbeitgeberInnen schadet nicht nur Ihnen selbst, sondern auch den Gewerkschaften! Gehen Sie diesen Weg nicht weiter, denn die Gewerkschaften haben nur eine Zukunft, wenn sie auch weiterhin auf Solidarität und Gerechtigkeit setzen! Alle Menschen haben das gleiche Recht auf eine lebenswerte Umwelt! Ökologiepolitik ist Solidarität!

Wir fordern deswegen jetzt erst Recht dazu auf, sich an den Anti-Atom-Demonstrationen am 5. November in Lüneburg zu beteiligen!"